Erstellt am 08. März 2012, 13:47

Kernaktionär IPIC soll OMV-Paket erweitert haben. Der OMV-Kernaktionär und arabische Staatsfonds International Petroleum Investment Co (IPIC) aus Abu Dhabi soll hinter den Kulissen an einer Aufstockung beim börsenotierten Mineralölkonzern arbeiten, berichtet das "Format" in seiner aktuellen Ausgabe.

Aus der OMV hieß es am Donnerstag, dass man Eigentümerfragen nicht kommentiere.

"Private Fondsvehikel, die im Einflussbereich der Herrscherfamilie stehen, sollen laut zuverlässigen Format-Informationen bereits größere OMV-Pakete erworben haben", schreibt das Magazin. Unbestätigten Informationen zufolge gehe es um zusätzliche "fünf bis zehn Prozent". Die Zukäufe seien der Börse nicht bekannt, weil sie unter der meldepflichtigen Schwelle von 5 Prozent liegen und die Orders nicht von der IPIC stammen würden.

ÖIAG-Chef Markus Beyrer hatte in einem Format-Interview im Februar betont, dass ihm IPIC-Vertreter versichert hätten, "bei der OMV nicht über 25 Prozent gehen zu wollen". Aus der OMV hieß es, dass man Eigentümerfragen nicht kommentiere, schreibt das Magazin. Die Staatsholding ÖIAG ist mit 31,5 Prozent Hauptaktionär des Ölkonzerns.

Anfang Dezember 2011 meldete der Staatsfonds überraschend eine Erhöhung des OMV-Anteils auf zumindest 25 Prozent bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) an, nachdem IPIC im Oktober seinen OMV-Anteil von 20,4 auf nunmehr 24,9 Prozent durch Zukäufe aus dem Streubesitz erhöht hatte. Die BWB hegte keine Bedenken gegen einen möglichen Zukauf.

Das Wirtschaftsministerium, das seit Mitte November 2011 eine Aufstockung eines nicht-europäischen Investor bei bestimmten Unternehmen genehmigen muss, wies einen IPIC-Antrag auf Zustimmung Ende Jänner 2012 ab, weil das Außenwirtschaftsgesetz auf den damaligen Antrag nicht anwendbar war. Sollte die IPIC durch einen aktiven Kauf von OMV-Aktien auf zumindest 25 Prozent kommen wollen, wäre wohl ein neuerlicher Antrag notwendig.