Erstellt am 12. Juni 2013, 14:04

Klein- und Mittelbetriebe verloren an Optimismus. Ungeachtet der langjährigen Staatsschulden- und Eurokrise geht es den 307.000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die in Österreich 99,7 Prozent aller Betriebe ausmachen, mehrheitlich relativ gut.

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"Der Optimismus hat sich in den vergangenen Jahren aber etwas reduziert - wenn auch auf hohem Niveau", sagte der Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank, Peter Bosek.

"Je kleiner die Betriebe, desto größer ist die Befürchtung"

Heuer im Frühjahr klagten immerhin 7 Prozent über eine voraussichtlich schlechtere Lage in den kommenden drei bis fünf Jahren - der Anteil hat sich seit 2011 (3 Prozent) mehr als verdoppelt, geht aus einer Imas-Umfrage im Auftrag der Bank hervor. "Je kleiner die Betriebe, desto größer ist die Befürchtung", erklärte Bosek. Der Vorteil der Kleinen liege dafür in der rascheren Reaktionszeit - sie seien per se effizienter aufgestellt, könnten aber nicht so leicht die Mitarbeiterzahl reduzieren.

46 Prozent der Unternehmen schätzten die Aussichten nach wie vor bestens ein - vor zwei Jahren waren es aber noch 50 Prozent. Unverändert fast die Hälfte (46 Prozent) der Betriebe rechnet mittelfristig mit einer vergleichbaren Marktposition wie heute.

Mehrheit rechnet mit konstantem Personalstand

Die KMU sind insgesamt risikobewusster geworden. Die Eigenkapitalquote stieg seit den Anfängen der Wirtschafts- und Finanzkrise von 23 auf 29 Prozent. An die Unsicherheit und Volatilität der neuen Situation haben sich viele schon gewöhnt und schätzen die Lage in den nächsten drei bis fünf Jahren optimistisch ein", berichtete der Leiter KMU und Großkunden in der Erste Bank, Gregor Deix.

Zwei Drittel (67 Prozent) gehen demnach von steigenden Umsätzen aus, 60 Prozent rechnen mit höheren Kundenzahlen und die Hälfte (50 Prozent) mit steigenden Gewinnen und Mitarbeiterzahlen. Über ein Drittel der befragten Unternehmen wollen noch heuer zusätzliche Arbeitnehmer einstellen, die Mehrheit rechnet aber mit einem konstanten Personalstand.

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