Erstellt am 12. Juli 2012, 13:52

Kleines Glücksspiel - Gauselmann-Gruppe will Lizenz. Das Burgenland hat im Vorjahr das Kleine Glücksspiel legalisiert. Bis 3. August läuft noch die Bewerbungsfrist für die zu vergebenden Lizenzen.

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An jener zum Betrieb von Spielsalons - die Genehmigung umfasst landesweit insgesamt 110 Automaten - ist auch die deutsche Gauselmann-Gruppe interessiert. Im Gegensatz zu Nieder- und Oberösterreich, wo das Unternehmen nicht zum Zug kam und geklagt habe, erwarte er im Burgenland "ein faires Verfahren", sagte Rolf Falke, Geschäftsführer der für das Auslandsgeschäft zuständigen Tochterfirma Merkur International am Donnerstag vor Journalisten in Eisenstadt.

Gauselmann will im Burgenland "moderne Entertainment-Center" errichten. Das Gesetz schreibe den Betrieb von 10 bis 20 Automaten pro Standort vor. Insgesamt sei an sechs bis sieben Standorte gedacht, erläuterte Falke. Rund 50 Jobs könnten dabei entstehen. Pro Spielhalle sollen fünf bis sechs Mitarbeiter beschäftigt sein, dazu kämen noch welche für die Organisation.

Aufgrund der limitierten Anzahl von Spielgeräten und der deshalb angenommen Größe von rund 150 Quadratmetern pro Einrichtung sollen bereits bestehende Räumlichkeiten genutzt werden. Ansiedeln will man sich dort, "wo die Gemeinde uns gerne hätte". Möglich wäre dies etwa in Gewerbegebieten. Mit Vertretern von Kommunen, wo man ein interessantes Geschäft für möglich halte, will das Unternehmen Gespräche führen.

Der Spielbetrieb solle nach dem Grundsatz "fair, sicher, verantwortlich" erfolgen, so Falke. Das Unternehmen habe beispielsweise eigene Suchtbeauftragte, die mit Behörden und Organisationen zusammenarbeiten. Während Gauselmann in Österreich noch keine Spielsalons betreibt, ist man im benachbarten Ungarn in Györ und Sopron bereits vertreten.

Er hoffe, dass bei Vergabeverfahren im Burgenland "wie in allen regulierten EU-Märkten" jeder Bewerber die gleiche Chance bekomme, meinte Falke. Nach den Vergaben in Nieder- und Oberösterreich habe so wie andere Mitbewerber geklagt: "Wir glauben, dass es dort einige Verfahrens- und Ausschreibungsfehler gegeben hat."

Die Gauselmann-Gruppe wird von Familienmitgliedern geführt. Der Konzern beschäftigt rund 6.000 Mitarbeiter und hat 2011 einen Umsatz von 1,07 Mrd. Euro erwirtschaftet. 1974 wurde mit den ersten Geräten begonnen. In Deutschland betreibt Gauselmann unter der Marke Merkur mittlerweile etwa 200 Automaten-Spielhallen, in ganz Europa sind es nach Unternehmensangaben rund 500.