Erstellt am 17. Dezember 2013, 23:59

von Bettina Eder

Knaller im Programm. Sektsteuer / Die von der Regierung geplante Schaumweinsteuer erhitzt die Gemüter in der Weinwirtschaft. Kellereien befürchten Umsatzeinbußen und den Verlust von Jobs.

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Von Bettina Eder

BURGENLAND / WIEN / Schlechte Nachricht für alle Feinschmecker und Sektproduzenten hat die frisch angelobte Regierung: Sie will die 2005 auf Null gesetzte Sektsteuer wieder einführen.

Die Branchenvertreter laufen naturgemäß Sturm, denn die Sektsteuer hat man damals nicht ohne Grund abgesetzt. „Die ausländischen Billigprodukte hatten eindeutige Wettbewerbsvorteile. Außerdem wurde auch argumentiert, dass damals der Verwaltungsaufwand bei der Einhebung mehr kostet, als die Sektsteuer bringt“, stellt Wein-Burgenland-Geschäftsführer Christian Zechmeister klar. Jetzt ist das scheinbar anders, die Sektsteuer steht im Regierungsprogramm. Wie hoch genau, und ob Sekt alleine oder alle Schaumweine davon betroffen sind, ist derzeit noch nicht fixiert. „Wenn es nur den Sekt alleine betrifft, wäre das eine klare Wettbewerbsverzerrung“, so Zechmeister. Prosecco und Frizzante fielen damit nicht unter die Steuer und würden preislich bessergestellt – ein „inakzeptabler Dämpfer“ für österreichischen Sprudelwein, so das österreichische Sektkomitee.

Weinsteuer wurde auch diskutiert

Dabei hätte es die Weinwirtschaft noch härter treffen können, denn kurzfristig war auch eine Art Weinsteuer im Gespräch. Das sei abgewendet worden, so Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP). Dennoch: „Da geht es um Bagatellbeträge. Man kann mit einer Sektsteuer kein Budget sanieren, aber man schadet der Weinwirtschaft immens.“ Schluss- endlich habe man viele große Sektgrundwein-Produzenten im Burgenland. 3000 Winzer bauen ausschließlich für Schaumweinhersteller an – die meisten davon sind im Waldviertel und im Nordburgenland beheimatet. Einen Umsatzrückgang von bis zu zehn Prozent befürchtet die Sektkellerei Szigeti: „Das heißt, wir werden bei den Weinbauern, die seit vielen Jahren unsere Partner sind, auch weniger Trauben als in den letzten Jahren kaufen – und 2013 waren das 800 Tonnen! Wir werden weniger Mitarbeiter bei der Ernte und im Betrieb beschäftigen.“


Zahlen & Fakten

  • Im Jahr 2012 wurden in Österreich laut einer Schätzung des Weinmarketings 250 Millionen Liter Schaumwein konsumiert.
  • 102,8 Millionen Liter davon tranken die Österreicher zu Hause, 134,7 Millionen in Gaststätten beziehungsweise bei Festen.
  • 12,5 Millionen Liter kauften Touristen und Gastarbeiter.