Erstellt am 11. Oktober 2011, 11:30

Kneissl-Verkauf noch nicht abgeschlossen. Der Verkaufsprozess der pleitegegangenen Skifirma Kneissl ist am Dienstag vorerst noch nicht abgeschlossen gewesen.

Das ließ Raum für neue Spekulationen rund um den früheren Mehrheitseigentümer Mohammed Al Jaber. "Al Jabers Anwalt hat am vergangenen Donnerstag einen Beleg einer Überweisung von 200.000 Euro gemailt", sagte Walter Hintringer vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV).

Ob das Geld jedoch tatsächlich eingetroffen ist, sei derzeit unklar. Masseverwalter Stefan Geiler wollte dazu am Dienstag gegenüber der APA nichts sagen. "Ich werde nicht jeden Verfahrensschritt kommentieren", betonte Geiler. Erst wenn die Dinge "handfest" sind, würden sie auch kommuniziert.

Vergangenen Woche hat die aus Deutschland stammende "Friends of Sports Vermögensverwaltungs- und Beteiligungs GmbH" den Zuschlag durch die Gläubiger erhalten. Nach einem "realistischen Zeitplan" werde sich das Insolvenzgericht gegen Ende der Woche damit befassen können, erklärte der Masseverwalter damals.

Das Offert Al Jabers soll zwei Millionen Euro umfassen, sagte Hintringer. Bevor das Geld aber nicht am Konto des Masseverwalters gelandet sei, bleibe es bei der Ankündigung.

Al Jaber hat Mitte Juni die Frist für die Annahme der Sanierung der Kneissl Holding GmbH, der Kneissl Tirol GmbH und der Kneissl Star Lounge GmbH auslaufen lassen. Al Jaber hätte eine Zahlung in Höhe von 2,1 Mio. Euro an den Masseverwalter überweisen und eine "Rückstehungserklärung" der Bank Austria abliefern müssen. Zwei Wochen davor hatte er sich nach der Annahme der Sanierungspläne durch die Gläubiger noch erfreut gezeigt.

Über Kneissl wurde nach monatelangem Hin und Her am 8. Februar dieses Jahres der Konkurs eröffnet. Al Jaber ließ wiederholt Zahlungsfristen für eine längst zugesagte rettende Kapitalerhöhung verstreichen. Bereits 1980 und 2003 war das Unternehmen in die Pleite geschlittert.