Erstellt am 23. März 2012, 11:51

Konrad stellt sich schützend vor RBI. Raiffeisen-Generalanwalt Konrad stellt sich schützend vor die Raiffeisen Bank International (RBI) und bezeichnet Behauptungen, man sei zu viel Ost-Risiken eingegangen, als "reine Vernaderung".

Die RBI habe "in den letzten zwanzig Jahren noch kein einziges Quartal mit Verlust abgeschlossen", betonte der Aufsichtsratschef der Raiffeisen Zentralbank (RZB), die mehr als drei Viertel an der RBI hält.

"Wir haben weder das Bankgeschäft verlernt noch sind wir Gauner", so Konrad wörtlich. Für eine Kapitalerhöhung bei der RBI, wie sie seit längerem im Gespräch ist, sieht Konrad keinen Grund zur Eile. Die neun Prozent harte Kapitalquote, wie von der europäischen Bankenaufsicht EBA bis 30. Juni verlangt, werde man auch ohne einen solchen Schritt erreichen: "Wir arbeiten sieben Tage in der Woche an der Erfüllung der EBA-Vorschriften - und wir werden sie erfüllen". "Es gibt bis dahin keine Kapitalerhöhung", betonte Konrad bei einer Veranstaltung von Solution Providers am Donnerstagabend. Würde die Emission heute gemacht, hieße das "die halbe Bank zu verschenken. Ich halte von diesen Plänen nicht sehr viel", sagte der Raiffeisen-Generalanwalt und verwies auf den aktuellen RBI-Aktienkurs, der mit weniger als 26 Euro deutlich unter dem Buchwert von - laut Konrad - 35 bis 36 Euro liegt. Freitagvormittag lagen RBI mit 25,69 Euro 1,44 Prozent im Plus.

Die zusätzlichen Wertberichtigungen im Osten "schaffen wir alle aus Eigenem", betonte Konrad. PS-Kapital habe man nur deshalb zusätzlich aufgenommen, da der Markt illiquide gewesen sei. "Wir brauchten Liquidität und zahlen noch immer pünktlich die acht Prozent Zinsen dafür." Das Partizipationskapital werde man "zum geeigneten Zeitpunkt zurückzahlen", so der RZB-Aufsichtsratschef. Zeit für die Rückzahlung habe man noch zwei Jahre, nämlich bis 2014, erinnerte er. Umgekehrt sei Raiffeisen aber auch ein wesentlicher Staats-Financier: Samt Versicherung "haben wir für zwölf bis 14 Milliarden Euro Staatspapiere".