Erstellt am 10. Februar 2012, 06:44

Konsumentenschützer in Geldnot. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) feiert am Freitag sein 50-Jahre-Jubiläum. Doch aufgrund der fehlenden Valorisierung von Mitgliedsbeiträgen und sinkenden Abo-Zahlen der Zeitschrift "Konsument" klagt die Belegschaft über Geldmangel und schlägt Alarm.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) feiert am Freitag sein 50-Jahre-Jubiläum. Seit nunmehr fünf Jahrzehnten testen die Verbraucherschützer Produkte von Frankfurtern bis hin zu Kaffeemaschinen und beraten Konsumenten. Doch aufgrund der fehlenden Valorisierung von Mitgliedsbeiträgen und sinkenden Abo-Zahlen der Zeitschrift "Konsument" klagt die Belegschaft über Geldmangel und schlägt Alarm.

Das Geld des VKI kommt zu einem Gutteil vom Verkauf der Zeitschrift "Konsument", der Eigenfinanzierungsanteil beträgt mittlerweile drei Viertel. Der Rest stammt aus Mitgliedsbeiträgen. Diese wurden aber seit 20 Jahren nicht mehr valorisiert. Die Folge: Der VKI muss seine Kosten reduzieren und kann freiwerdende Stellen nicht mehr nachbesetzen. Die Belegschaft schlägt Alarm. "Wenn man noch weiter den Rotstift ansetzt, ist der Konsumentenschutz in Österreich gefährdet", warnten die VKI-Betriebsrätinnen Ulrike Docekal und Julia Jungwirth im Gespräch mit der APA. Noch weniger Personal hieße weniger Tests und weniger Beratungen.

Seit 2001 seien die Mitgliedsbeiträge von Arbeiterkammer (AK), Wirtschaftskammer (WKÖ), Gewerkschaftsbund (ÖGB) und Landwirtschaftskammer (LWK) real um 42 Prozent geschrumpft, nominell habe das Minus 28 Prozent betragen. "Während die Kosten unaufhörlich steigen, sind die Beiträge der Mitgliedsorganisationen gleich geblieben", warnen auch die VKI-Geschäftsführer Franz Floss und Josef Kubitschek im Jänner-"Konsument". Bisher habe es der VKI aber immer wieder geschafft, das Loch durch neue Aufträge zu schließen, sagte Floss zur APA.

Der WKÖ, nach der AK mit rund 660.000 Euro Zuschuss die zweitgrößte Beitragszahlerin (250.000 Euro im Jahr), gehen die VKI-internen Anstrengungen aber nicht weit genug. Man schließe nicht aus, mit Ende 2012 die Mitgliedschaft zu kündigen, so WKÖ-Sprecher Rupert Haberson zur APA.

Daneben hat der VKI noch mit rückläufigen Abo-Zahlen zu kämpfen. Pro Jahr gehen diese laut Geschäftsführung jährlich um 2 Prozent zurück, momentan steht man bei 58.000 Printabonnements und 9.000 zahlenden Onlinenutzern. Als Grund für den Rückgang machen die VKI-Chefs das Internet aus: Im Web würden Inhalte meist gratis erwartet. Dies mit der Hereinnahme Inseraten zu kompensieren, kommt für den VKI nicht infrage, würde dies doch die Unabhängigkeit gefährden.