Erstellt am 10. Dezember 2010, 18:19

Korruption: In Österreich wird gerne die Hand aufgehalten. Zumindest für diejenigen, die gerne die Hand aufhalten, ist Österreich nach wie vor eine "Insel der Seligen". Mit neun Prozent liegt Österreich deutlich über dem EU-Schnitt von fünf Prozent.

Zumindest für diejenigen, die gerne die Hand aufhalten, ist Österreich nach wie vor eine "Insel der Seligen": Jeder elfte Österreicher hat im letzten Jahr unter der Hand dafür bezahlt, von einer Behörde "Aufmerksamkeit zu erhalten", wie es im Korruptionsbarometer 2010 von Transparency International (TI) formuliert wird. Mit diesen neun Prozent liegt Österreich deutlich über dem EU-Schnitt von fünf Prozent.

Folgerichtig sind auch mehr als 90 Prozent der Österreicher überzeugt, dass sich die Korruption im Land nicht verringert (45 Prozent) oder sogar erhöht (49) hat. Als Bereiche, in denen Schmiergelder geflossen sind, wurden von TI Zoll-, Justiz-, Bildungs- oder Steuerbehörden genauso abgefragt wie u.a. der Gesundheitsbereich, die Polizei oder öffentliche Versorgungsunternehmen.

Dass Korruption in Europa in diesem Bereichen noch ganz andere Dimensionen annehmen kann, zeigen EU-Staaten wie Litauen (34 Prozent), Rumänien (28) und Ungarn (24). Im Vergleich mit Dänemark (0 Prozent!), Norwegen oder Großbritannien (Je 1) nimmt sich die Alpenrepublik allerdings doch relativ "käuflich" aus - nachgerade harmlos allerdings wiederum gegenüber afrikanischen Staaten wie Liberia oder Uganda, in denen stolze neun von zehn Befragten im letzten Jahr "geschmiert" haben.

Im Vergleich korruptionsanfälliger als andere Bereiche sieht der Österreicher die heimische Wirtschaft und den privaten Sektor, gefolgt von den politischen Parteien, im Schulnotenvergleich werden sie mit 3,3 bzw. 3,2 bewertet. Vor allem die Parteien befinden sich damit international in schlechter Gesellschaft, werden sie doch rund um den Globus als der primäre Hort der Bestechlichkeit gesehen - allerdings mit einer globalen Durchschnittsnote von 4,2 in deutlich höherem Ausmaß als hierzulande.