Erstellt am 19. Januar 2012, 14:43

Korruptionsverdacht um Grasser in Linz erhärtet. Der Korruptionsverdacht rund um die Einmietung der Finanz unter dem damaligen Minister Grasser im Linzer Terminal Tower scheint sich zu erhärten.

Bei den Ermittlungen zeigt nun ein von der Justiz sichergestelltes E-Mail, dass an die zypriotische Gesellschaft des Lobbyisten Peter Hochegger und an Walter Meischberger 200.000 Euro "Vermittlungsprovision" geflossen sind.

Wie die "Presse" berichtet, habe die Justiz das E-Mail im Zuge der Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft sichergestellt. Darin geht es auch um eine Einbindung der Raiffeisenlandesbank OÖ und der Real Treuhand. Der damalige Geschäftsführer der Terminal Tower Immobilien hatte laut "Presse" 2006 an Vertreter der Realtreuhand und der Raiffeisen Leasing geschrieben: "Wie gestern bereits telefonisch besprochen, wurde ich seitens unserer Generaldirektion informiert, dass als Ergebnis des Mietvertrages mit der Finanz eine Vermittlungsprovision an Herrn Meischberger in Höhe von 200.000 Euro zu zahlen sei. 100.000 Euro sollen de facto noch 2006 fließen, die weiteren 100.000 Euro mit Einzug der Finanz im TT (Terminal Tower, Anm.). Dies sei auch bereits dem Grunde nach der GF RL (Geschäftsführung Real Treuhand, Anm.) und Vorstand RLB OÖ bekannt. Die Verrechnung soll über eine zypriotische Consultinggesellschaft erfolgen. Meines Erachtens müsste jedenfalls ein Auftragsverhältnis seitens der TT mit dieser Gesellschaft dargestellt werden."

Die RLB OÖ weist jegliches Wissen zurück. "Wir haben beim Terminal Tower nie Aufträge an Hochegger oder Meischberger vergeben", sagt Bank-Sprecher Harald Wetzelsberger zur "Presse".

Die Ermittlungen zum Korruptionsverdacht rund um die Einmietung der Finanzlandesdirektion Oberösterreich im Terminal Tower laufen seit langem. Der Verdacht auf Bestechung des damaligen Finanzministers Grasser als Gegenleistung für die Einmietung der Finanzbehörde in das Gebäude steht im Raum und wird von diesem heftig bestritten.