Erstellt am 04. November 2015, 06:02

von Michael Pekovics

Kraftwerk-Pleite in Güssing. Forschungsanlage ging nie in Betrieb, verursachte aber Schulden von 2,1 Millionen Euro. Koch: „Das ist das Risiko.“

Forschungsanlage in Konkurs. Die Schulden von 2,1 Millionen Euro müssen die Gläubiger nun wohl abschreiben. Am Bild: Geschäftsführer Reinhard Koch.  |  NOEN, Foto: Archiv
Das kleine Forschungskraftwerk der Pyrotherm-Kraftwerk Güssing Betriebs GmbH befindet sich hinter dem Technologiezentrum, richtig in Betrieb gegangen ist es seit der Errichtung 2006 aber nie. Der Betrieb wurde schon Mitte 2014 eingestellt, jetzt wurde das Konkursverfahren eröffnet.

2,1 Millionen Euro Schulden haben sich laut Alpenländischen Kreditorenverband über die Jahre angehäuft, jetzt wird das Unternehmen liquidiert, sechs Gläubiger sind betroffen. Laut Masseverwalter Karl Dörnhöfer wird auf einen Sanierungsversuch verzichtet. Arbeitnehmer sind von der Pleite nicht betroffen.

Forschungsanlage ging nie in Betrieb

Grund der Insolvenz ist, dass es nie gelang, die Funktionsfähigkeit der Anlage herzustellen. Ursprünglich war geplant, ein neues Verfahren zur Vergasung von Biomasse zu entwickeln. Trotz beträchtlicher Investitionen seitens der Gesellschafter konnte eine nachhaltige Funktionstüchtigkeit nicht hergestellt werden, zudem musste im Jahr 2013 ein Schweizer Partner ebenfalls Konkurs anmelden.

„Forschung im Energiebereich ist recht kostenintensiv, im anderen Kraftwerk in Güssing haben wir insgesamt 55 Millionen Euro investiert, um die Technologie zu entwickeln“, vergleicht Geschäftsführer Reinhard Koch, der selbst zehn Prozent am Unternehmen hält. Weitere zehn Prozent gehören der Güssinger Fernwärme, 80 Prozent werden laut Firmenbuch treuhändisch von Rechtsanwalt Werner Dax gehalten.