Erstellt am 22. Dezember 2015, 13:08

KRAGES fährt Outsourcing-Strategie zurück. Im Burgenland fährt der Spitalsträger KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Gesellschaft m.b.H.) seine Strategie beim Outsourcing teilweise zurück.

Landesrat Norbert Darabos unterstützt die Bundes-Pläne: »Wir haben als Länder auch eine Bringschuld.« Bis Ende August sollen nun 600 neue Asylplätze im Burgenland geschaffen werden. Foto: Müllner  |  NOEN, Müllner

Statt Leistungen zuzukaufen, müssten beispielsweise Reinigungskräfte auf einer Station wieder "als Teil des gesamten Teams gesehen werden", so Landesrat Norbert Darabos (SPÖ) am Dienstag. Er teile hier vorbehaltlos die Strategie des Managements.

In den vergangenen Jahren habe man hier relativ viel nach außen vergeben. "Ich halte das in diesem Bereich nicht für zielführend", meinte Darabos. Aufgelöst wurden auch Spitalsverbünde, bei denen Primare für mehr als eine Abteilung verantwortlich waren.

Verbundlösungen "nicht so sinnvoll"

Es habe sich gezeigt, dass Verbundlösungen "nicht so sinnvoll sind", so Darabos. Es sei "strategisch gewollt", dass man dies zurückfahre. Künftig solle in jedem Krankenhaus und jeder Abteilung wieder ein Primararzt tätig sein. Das sei auch "eine gesundheitspolitische Entscheidung. Das halte ich auch für richtig", sagte der Landesrat. Diesen Bereich wolle man in den nächsten Monaten forcieren.

Die Auflösung der Spitalsverbünde sei "keine einfache Entscheidung" gewesen, habe aber auch zu einer Steigerung der Leistungskennzahlen geführt, berichtete KRAGES-Geschäftsführer Rene Schnedl. Für die Qualität sah er keine Nachteile: Die KRAGES werde als erster Spitalsträger 2016 eine Verbundzertifizierung bekommen und habe als erster in Europa ein Palliativsiegel.

"Trendumkehr" beim Personal

Was die Wiedereingliederung von Leistungen betreffe, ergebe sich zum Beispiel bei der Sterilisation für zwei Häuser eine Ersparnis von 760.000 Euro. Die Eingliederung der Reinigung komme um fünf- bis siebenhunderttausend Euro günstiger, erläuterte Schnedl.

Beim Personal zeige sich 2015 eine "Trendumkehr" und ab Februar 2016 werde man, was die Ärztedienstposten betreffe, wieder im Vollbetrieb sein. Die meisten Bundesländer hätten hier im Hinblick auf des neue Arbeitszeitgesetz mehr Probleme, meinte der Geschäftsführer. Bei den Spitalsärzten fehlen ab November nur mehr sieben Dienstposten. "Das heißt, wir sind eigentlich mit Jahreswechsel wahrscheinlich wieder im Soll", sagte Schnedl.

Seit Juli wurden im Burgenland 29 Spitalsärzte neu angestellt, berichtete Darabos. Die KRAGES sei mit 2.300 Mitarbeitern (umgerechnet rund 1.700 Vollzeit-Äquivalente, Anm.) größter privater Arbeitgeber im Burgenland. Mit ihrem Budget von 167 Millionen Euro spiele sie eine wesentliche Rolle in der Wertschöpfungskette des Burgenlandes.