Erstellt am 05. Juni 2013, 00:00

KRAGES: Umzug ohne Chef?. Sparkurs / Die Verwaltung der Krankenanstaltengesellschaft soll von Eisenstadt ins neue Krankenhaus Oberwart verlegt werden. Die Direktion legt sich jedoch quer.

Das wird das neue Krankenhaus. Laut einem Gutachten ist in Oberwart auch Platz für die KRAGES-Direktion. Der Umzug gilt als günstigste Lösung.  |  NOEN
Von Wolfgang Millendorfer

Den steigenden Kosten im Gesundheitswesen soll nun auch in der Verwaltung Rechnung getragen werden. Wie von Landeshauptmann Hans Niessl und Finanzlandesrat Helmut Bieler ankündigt, werden derzeit alle Landes-Töchter auf ihr Sparpotenzial hin durchleuchtet.

Im Falle der Krankenanstaltengesellschaft (KRAGES) ergibt ein der BVZ exklusiv vorliegendes Gutachten, dass ein Umzug der Direktion von Eisenstadt in das neu adaptierte Krankenhaus Oberwart bis zu 300.000 Euro Ersparnis pro Jahr bringen würde. Und das nicht nur aufgrund der räumlichen Nähe zu weiteren Gesundheitseinrichtungen, sondern auch durch den Wegfall hoher Mietkosten und einen zentralisierten Einkauf, der am Standort Eisenstadt aus Platzgründen nicht möglich ist.

Die Kosten für Adaptierungen und Technik, heißt es in dem Gutachten, würden sich nach nur wenigen Jahren amortisieren. Dem gegenüber stehen mögliche Renovierungsarbeiten in der Eisenstädter Direktion.

Für die politisch Verantwortlichen spricht somit vieles für einen Verwaltungs-Umzug nach Oberwart, der im Hintergrund schon vorbereitet wird. In der KRAGES legt man sich zum Teil aber quer. Nach einer früheren Erhebung von „Contrast Management-Consulting“ warnte KRAGES-Direktor Hannes Frech in seiner Stellungnahme vor Mehrkosten und dem Verlust von Know-How: „33 bis 50 Prozent des Direktionspersonals“ würden den Standortwechsel demnach nicht mittragen – wohl auch wegen der längeren Anfahrtszeit nach Oberwart.

Zahlen, die man seitens des Landes im abschließenden Gutachten nicht nachvollziehen kann. Zudem sieht man durch die Rekrutierung neuer Managementkräfte eine weitere Chance für frischen Schwung in der KRAGES. Wie die BVZ bereits berichtete, könnte dem Vernehmen nach auch Frechs Vertrag, der im kommenden Jahr ausläuft, nicht verlängert werden.