Erstellt am 02. Mai 2012, 15:30

Krankenstände steigen. Im Vorjahr stiegen die Krankheitsfälle und die Krankenstandstage bei den Berufstätigen im Burgenland an.

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VON DORIS SEEBACHER

Die burgenländischen Angestellten und Arbeiter waren im Vorjahr öfter und auch länger krank. Etwa 5000 mehr Krankenstandsfälle und rund 6000 Krankenstandstage mehr als 2010 verzeichnete die Burgendländische Gebietskrankenkasse (BGKK). Ein starker Anstieg sei hierbei vor allem bei psychischen Erkrankungen, wo auch das Burn-Out- Syndrom dazugehört, zu verzeichnen, erklärt Franz Winkovitsch Vizedirektor der BGKK. Ob die Leute nun tatsächlich krank sind oder nicht, wird nicht so wie früher mit stichprobenartigen Hausbesuchen von Kontrolloren überprüft. „Heute lässt man sich beim Arzt krankschreiben und dieser meldet den Krankenstand dann elektronisch an die Gebietskrankenkasse – und erfahrungsgemäß auch gleich die voraussichtliche Dauer“, erklärt Winkovitsch.

Stichprobenartige Kontrollen zu Hause waren gestern
Trotzdem wurden im Burgenland im Vorjahr 49.185 Personen zu einem eigenen Kontrollarzt vorgeladen, weil die vom Arzt gemeldete voraussichtliche Krankenstanddauer im Widerspruch zur Diagnose stand. 20.492 davon sind auch erschienen, der Rest ließ sich noch vor dem Termin beim Kontrollarzt vom eigenen Hausarzt schnell gesundschreiben. „Verdachtsmomente liegen vor, wenn sich jemand jeden Monat eine Woche als krank meldet“, nennt Winkovitsch als Beispiel für einen eventuell vorliegenden Missbrauch. Manchmal werde die BGKK auch von Arbeitgebern gebeten, zu kontrollieren. Fakt sei jedoch, dass trotz steigender Krankenfälle der finanzielle Aufwand dafür im Sinken sei. „Das könnte auch daran liegen, dass die Leute mehr in Kurzkrankenstände gehen“, so Winkovitsch. Denn oft sei die Angst vor einem Jobverlust so groß, dass man freiwillig krank arbeiten gehe.