Erstellt am 15. September 2011, 10:54

Krise gefährdet Arbeitsplätze für Jugendliche. Beim Thema Arbeit schlägt die Wirtschaftsorganisation OECD Alarm: Die sich verlangsamende Konjunktur in vielen Industrieländern hat schwere Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

 Kurzfristig würden kaum neue Jobs geschaffen, und auch die Langzeitarbeitslosigkeit ziehe an, warnte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Donnerstag in ihrer jüngsten Arbeitsmarkt-Studie.

Der Anteil von Arbeitslosen, die länger als ein Jahr lang nach einem neuen Job suchten, liege in den USA mittlerweile bei 30 und in Spanien bei über 40 Prozent. "Die wichtigsten Verlierer in den Ländern mit deutlich angestiegenen Arbeitslosenzahlen waren Jugendliche, Zeitarbeiter und die Langzeitarbeitslosen", schreiben die Autoren der Studie, die sich für berufliche Reintegrationsprogramme aussprechen.

Im ersten Vierteljahr 2011 sei die Arbeitslosenquote für Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren in den 30 OECD-Mitgliedsländern bei 17,4 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Bei den Erwachsenen betrug sie 7 Prozent. Je länger Jugendliche aus dem schulischen oder betrieblichen Ausbildungsbereich fallen würden, umso schwieriger und damit teurer werde ihre Reintegration in den Arbeitsmarkt. Die OECD warnt: "Junge Schulabgänger werden es in den kommenden Jahren schwerer haben Arbeit zu finden als die vorangegangenen Generationen."

Vor allem in Ländern wie Japan oder den USA habe zuvor auch der leichte Aufschwung kaum die Lage am Arbeitsmarkt spürbar verändert. Als Folge seien im Juli trotz einer bescheidenen Verringerung der Arbeitslosenquote um 0,6 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent insgesamt 44,5 Millionen Menschen in der OECD-Zone ohne einen Job gewesen. Das seien noch immer 13,4 Millionen mehr als vor der Krise Ende 2009. Die OECD mahnt größere Anstrengungen ein, um die Interessen des Arbeitsmarktes mit denen der Ausbildung junger Menschen in Einklang zu bringen.