Erstellt am 21. Juli 2011, 11:52

Krise kommt zeitverzögert im Einzelhandel an. Die Zeiten, in denen sich der heimische Einzelhandel über Zuwächse freuen kann, sind vorbei. Die Krise ist nun zeitverzögert auch bei den Handelsbetrieben angekommen. In den ersten fünf Monaten des Jahres sanken die Umsätze laut KMU Forschung Austria inflationsbereinigt um 0,1 Prozent, im Mai verzeichnete die Branche ein Minus von 2,3 Prozent, das war der vierthöchste Rückgang innerhalb der EU.

Besserung ist nicht in Sicht, das erste Halbjahr wird real mit einem Minus abschließen und auch im Gesamtjahr droht dem Einzelhandel ein Rückgang. Das wirtschaftliche Umfeld bremse die Kaufkraft. "Ein verunsicherter Konsument ist ein zögerlicher Konsument", so Handelsobmann Fritz Aichinger. Seine Prognose: "Es wird zäh."

"In den Jahren 2009 und 2010 hat sich der Einzelhandel im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen sehr gut geschlagen und von der Steuerreform, guten Lohnabschlüssen und einem Puffer auf den Bankkonten der Menschen profitiert." Heuer bremsten die negativen Schlagzeilen rund um die südlichen Euro-Länder und die hohe Inflation - sie lag im Juni bei 3,3 Prozent - den Konsum. Am stärksten zu spüren bekamen das in den ersten fünf Monaten die Schmuck- und Uhrenhändler und Sportartikelgeschäfte, deren Umsätze real um 11,6 bzw. 3,0 Prozent einbrachen.

Umsatzrückgänge verzeichneten aber auch Buchhändler (-2,2 Prozent), Bekleidungshändler (-0,9 Prozent) und Schuhgeschäfte (-0,6 Prozent). Auch die Erlöse von Geschäften mit Spielwaren und Lederwaren schwächelten. Gut dagegen lief es für Kosmetikgeschäfte (+2,9 Prozent), Möbelhändler (+1,1 Prozent) und Läden, die Bau- und Heimwerkerbedarf (+2,8 Prozent) verkaufen. Die größte Branche, der Lebensmitteleinzelhandel, blieb mit einem realen Plus von 0,3 Prozent annähernd auf Vorjahresniveau.