Erstellt am 20. Dezember 2011, 13:23

Krisenresistentes Christkind gut für den Handel. Trotz Schuldenkrise scheint der private Konsum nach wie vor zu funktionieren, sodass der Handel im diesjährigen Weihnachtsgeschäft einem vielversprechenden Finale zusteuert.

"Der Handel wird heuer im Dezember erstmals über 1,6 Milliarden Euro zusätzlich zum normalen Umsatz erwirtschafteten", sagte Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria am Dienstag vor Journalisten.

Kalenderbereinigt hat die gesamte Branche bis einschließlich 17. Dezember ein nominelles Umsatzplus von 4 Prozent erwirtschaftet, auch real (inflationsbereinigt) blieb ein kleines Plus übrig. Vor diesem Hintergrund rechnet Voithofer mit einem Zuwachs von etwa 3 Prozent für das gesamte Weihnachtsgeschäft. Der Handel insgesamt dürfte das Jahr 2011 nominell zwar auf Vorjahresniveau abschließen, nicht aber real.

Krise hin oder her, das Weihnachtsgeschäft sei eine stabile Größe, so Voithofer. "Das ist das Fest der Familie und der Kinder, da fängt man nicht zu sparen an." Obwohl die zahlreichen Negativschlagzeilen zunehmend Verunsicherung schafften, wie der Chef der KMU Forschung einräumte. Die neue Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch blickt mit Argusaugen auf das Sparpaket der Regierung. Dieses dürfe nicht so ausfallen, dass es den Konsum belastet. "Wirklich schlecht" seien die kürzlich beschlossenen Abgabenerhöhungen in Wien, "da dürfen nicht weitere folgen".

Im Vorjahr noch die größten Gewinner, zählten Sport- (-5 Prozent) und Schuhhandel (-8 Prozent) heuer bisher zu den größten Verlierern. "Diese Branchen setzen auf ein sehr hohes Niveau auf und außerdem spielte da das Wetter nicht mit", erläuterte Voithofer. Im Herbst war es zu warm, dann ließ der Wintereinbruch auf sich warten.

Im Spielzeughandel bewegte sich das Geschäft bisher nicht vom Fleck, wofür Voithofer das veränderte Umfeld und eine Abwanderung in Richtung Elektrohandel (+6 Prozent) verantwortlich macht. Letzterer zählte neben dem Möbelhandel (+8 Prozent) bis dato zu den größten Profiteuren des Weihnachtsgeschäfts. Aber auch Kosmetik- und Uhren- bzw. Schmuckhandel (jeweils +5 Prozent) sowie Bekleidungs- und Lebensmittelgeschäfte (jeweils 4 Prozent) setzten bis inklusive 17. Dezember nominell mehr um als im Jahr davor. Der Buchhandel, der zu Weihnachten bis zu einem Drittel des Jahresumsatzes macht, erwirtschaftete ein nominelles Plus von 3 Prozent, womit die Branche real ins Minus abdriftet.