Erstellt am 19. August 2012, 11:43

Kurz fordert Arbeitserlaubnis auch für Bachelors. Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) will mehr ausländischen Akademikern nach ihrem Studium eine Arbeit in Österreich ermöglichen.

Er fordert deshalb Erleichterungen bei der Rot-weiß-Rot-Card. Dieses Dokument, das Migranten eine Arbeitsbewilligung in Österreich zusichert, sollen künftig auch Akademiker, die in Österreich einen Bachelor-Abschluss gemacht haben, bekommen. Derzeit erhalten ausländische Absolventen die Rot-Weiß-Rot-Card, wenn sie einen Job auf akademischem Niveau haben und mehr als 1.903 Euro verdienen. Außerdem müssen sie mindestens einen Abschluss eines Master oder Diplomstudiums nachweisen. Letzteres will Kurz nun ändern und auch einen Bachelor-Abschluss anerkennen. "Wir bilden junge Menschen mit Steuergeld aus, aber arbeiten und Steuern zahlen tun sie dann woanders. Das ist nicht ok", sagte der Staatssekretär in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Aus Angst davor, dass zu viele Studierende nach ihrem Abschluss in Österreich bleiben würden, habe man die Beschränkung auf den Master beschlossen. "Jetzt wissen wir, wir haben durchaus Bedarf an gut ausgebildeten jungen Menschen, die dann auch in Österreich bleiben um hier Steuern zu zahlen", meinte Kurz in der "ZiB" am Samstag.

Derzeit bleiben nur 16 Prozent der ausländischen Studierenden nach ihrem Abschluss in Österreich. In Deutschland sind es im Vergleich dazu 25 Prozent, in Kanada 33 Prozent. Im ersten Jahr seit Einführung der Rot-Weiß-Rot-Card im Juli 2011 haben bisher nur 222 Studienabsolventen einen Antrag dafür gestellt. Im Vorjahr haben 1.284 Nicht-EU-Bürger in Österreich ein Studium abgeschlossen, für sie könnte die von Kurz vorgeschlagene Änderung eine Erleichterung bedeuten.