Erstellt am 12. Oktober 2012, 08:28

Lagarde fordert mehr Schutz des Weltfinanzsystems. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat am Freitag ihre Forderung nach einer tatkräftigeren Stabilisierung der internationalen Finanzmärkte erneuert.

Auch fünf Jahre nach der verheerenden Bankenkrise sei das Weltfinanzsystem weiterhin zu verwundbar, sagte Lagarde zum Auftakt der dreitätigen IWF- und Weltbank-Jahrestagung in Tokio.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sagte in seiner anschließenden Eröffnungsrede, dass vor allem die andauernde ökonomische und finanzielle Instabilität in Europa das Wachstum und die Arbeitsplätze in den Entwicklungsländern bedrohe. Er warnte davor, in diesem "herausfordernden Umfeld" den Kampf gegen die Armut auf der Welt aus den Augen zu verlieren.

Der Weltwährungsfonds selbst begann, seine Kriegskasse zur Abwehr globaler Krisen wie geplant aufzufüllen. Deutschland und neun andere IWF-Mitgliedstaaten wollten während der Tagung die Verträge über zusätzliche bilaterale Kreditlinien in Gesamthöhe von 286 Milliarden Dollar (221 Mrd. Euro) unterschreiben, sagte der deutsche Bundesbankchef Jens Weidmann.

Deutschland trage davon 41,5 Milliarden Euro. Insgesamt soll die Feuerkraft am Ende des Prozesses um mehr als 450 Milliarden Dollar auf mehr als eine Billion Dollar aufgestockt werden. Unter anderem die USA beteiligen sich nicht an der Stärkung des IWF.