Erstellt am 17. September 2013, 18:51

Land gegen Einstellung der Bahnstrecke Oberwart-Friedberg. Bereits im Jahr 2011 wurde von den ÖBB auf der Bahnverbindung Oberwart - Friedberg der Personenverkehr eingestellt. In Zukunft könnte dem Güterverkehr ein ähnliches Schicksal widerfahren.

Die Bahn hat mittlerweile beim Infrastrukturministerium die Betriebseinstellung für die 28 Kilometer lange Strecke beantragt. Im Einstellungsverfahren wird auch das Land Burgenland gehört, das sich jedoch gegen die Auflassung ausspricht.

Ein Einspruch gegen die Einstellung wurde am Dienstag in der Landesregierung beschlossen, teilte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Nachmittag mit.

Sogar Ausbau für Land Burgenland vorstellbar

„Für mich ist der Weiterbestand der Bahnstrecke und damit die Ermöglichung eines mittelfristigen weiterführenden Ausbaues der Strecke bis Szombathely von großer Bedeutung", erklärte Niessl in einer Aussendung.

Die Anbindung sei Teil einer längerfristigen Strategie des Burgenlandes und wäre sowohl für den Wirtschaftsstandort als auch für die Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner von großer Wichtigkeit.

Seitens des Landes sei man bestrebt, die Bahnstrecke langfristig zu erhalten und sogar auszubauen, so Niessl. Im Zuge des Einstellungsverfahrens zu Bahnlinien wird auch dem jeweiligen Landeshauptmann ein Recht zur Stellungnahme eingeräumt.

Gewinnbringender Betrieb möglich - wenn die ÖBB weiter Betreiber bleibt

Man beruft sich auf zwei Gutachten von Bahnsachverständigen, wonach ein gewinnbringender Betrieb der Strecke sehr wohl möglich sei - allerdings nur, wenn die ÖBB selbst Betreiber bleiben und wenn weitere Potenziale für den Güterverkehr im Raum Oberwart genutzt würden.

Zudem gebe es weitere Gründe, um dem Einstellungsantrag der ÖBB nicht stattzugeben: So bezögen sich Wirtschaftlichkeitsberechnungen im Antrag auf einen Beobachtungszeitraum, der keine Relevanz mehr habe, wird argumentiert.

ÖBB: Gütermenge um die Hälfte zurückgegangen

Die ÖBB führen das Wirtschaftlichkeitsargument ins Treffen: Innerhalb eines Jahrzehnts sei auf der Strecke die beförderte Gütermenge um mehr als die Hälfte zurückgegangen, so ÖBB-Sprecher Christoph Posch. Die ÖBB verfolgten die Umwandlung der Strecke in eine Anschlussbahn.

Dadurch würde es möglich, ein einfacheres und deutlich günstigeres Betriebskonzept bei gleichem Nutzen zu etablieren, erläuterte Posch. Voraussetzung sei allerdings, dass die beförderte Gütermenge stabil bleibe. Ein erstes diesbezügliches Gespräch habe bereits vor zwei Wochen stattgefunden, ein weiteres sei Ende Oktober geplant.

Sollte das Infrastrukturministerium dem Einstellungsantrag nicht stattgeben, wären laut Niessl die ÖBB verpflichtet, die Bahnstrecke weiter zu führen und den Betreibern der Anschlussgleise - darunter Betriebe wie die international und erfolgreich tätigen Firma Stahlbau Unger in Oberwart - weiterhin den Bahnanschluss zu ermöglichen.