Eisenstadt

Erstellt am 10. November 2016, 13:00

von APA Red

Martini hilft Wirten über "schwierige Zeit". Rund um den bevorstehenden Landesfeiertag dreht sich im Burgenland alles ums "Gansl-Essen" sowie um das Martiniloben.

Symbolbild  |  NOEN, Krause, Johansen

Laut Franz Perner, Spartengeschäftsführer für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer, hat die Zeit um den 11. November eine große Bedeutung für die burgenländische Gastronomie. Zurzeit erlebe man einen "Hype" rund um Martini.

Bereits von etwa 1980 bis 1990 habe das Martinigansl bei der Gastronomie im Süd- und Mittelburgenland einen hohen Stellenwert gehabt, danach sei der Ausflugstourismus wieder abgeflaut. Seit 2001/2002 erlebe man eine "Renaissance" des Martinifeierns, welche vor allem von der Weinwirtschaft angefacht wurde.

5.000 sogenannte Weidegänse gibt es heuer

Inzwischen habe die Zeit von Anfang bis Ende November einen großen Stellenwert in der burgenländischen Gastronomie. Zahlen gebe es dazu keine, erklärte Perner gegenüber der APA. Ohne Martini wäre der November jedoch eine "schwierige Zeit" für die Branche.

Die Gänse für den Braten kommen laut Perner aus dem Burgenland und "der näheren Umgebung". Grundsätzlich würde man regionale Produkte bevorzugen, das Problem sei aber, dass diese oft nicht in der erforderlichen Menge zur Verfügung stünden. Man würde sich mehr heimische Gänse wünschen.

Rund 5.000 sogenannte Weidegänse gebe es im heurigen Jahr, berichtete Christian Reicher, Projektleiter "Burgenländische Weidegans" im landwirtschaftlichen Bezirksreferat Güssing, auf APA-Anfrage. Der Gänsebestand im ganzen Burgenland liege bei etwa 7.500 Stück. Das Projekt läuft seit 2001, inzwischen gibt es 19 Betriebe.

Landesrätin Dunst sieht weiteres Zukunftspotenzial

Reicher kritisierte, dass die Gastronomie gerne auf billigere Gänse aus Ungarn und Polen zurückgreife. Diese hätten einen Kilopreis von 2,5 bis drei Euro. Eine burgenländische Weidegans koste etwa zehn Euro pro Kilo. "In den Großküchen geht es aber um den Preis", sagte Reicher. Aufgrund der Kosten sei für die burgenländischen Bauern allerdings kein niedrigerer Preis möglich.

Den Wirten bietet man an, dass diese im Frühjahr die benötigte Anzahl an Gänsen bestellen können. "Am 4. November ist es aber zu spät", betonte Reicher. Die Schlachtung der Tiere beginne etwa einen Monat vor Martini. Abnehmer sei vor allem die Gastronomie. Aktuell seien noch geschätzte 300 Gänse verfügbar.

Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) sieht in der Weidegans sowohl landwirtschaftlich als auch touristisch weiteres Zukunftspotenzial. Wie sie bei einem Pressegespräch am Donnerstag erklärte, gelte es regionale Produkte zu stärken. Dies solle ab Dezember mit der Initiative "Land im Glas" geschehen.