Erstellt am 16. Juli 2012, 09:59

LED-Pionier Lumitech will mit biorhythmischem Licht Markt erobern. Im Technologiezentrum im südburgenländischen Jennersdorf wird mit dem Schwerpunkt im Bereich Optoelektronik geforscht.

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Mit der Lumitech Produktion und Entwicklung GmbH ist am Standort auch ein Pionier auf dem Gebiet der LED (lichtemittierende Diode, Anm.) angesiedelt. Das Unternehmen beschäftigt sich seit der Gründung im Jahr 1997 mit der Entwicklung von LEDs. Mit "biorhythmischem", in der Farbtemperatur veränderbarem Licht, das sich im Tagesablauf am natürlichen Licht orientiert, will das Unternehmen am europäischen Markt reüssieren. Als Investor für die Umsetzung der Wachstumspläne wurde im April dieses Jahres die Athena Burgenland Beteiligungen AG an Bord geholt.

LEDs hatten einst den Ruf, "kaltes" Licht auszustrahlen. "Wir waren einer der Ersten oder vielleicht der Erste, der es geschafft hat, auch warm-weißes LED-Licht einzustellen", schilderte Stefan Tasch, CEO der Lumitech Holding GmbH, im Gespräch mit der APA. Für die um das Jahr 2000 entwickelte Technologie habe man auch weltweit viele Lizenznehmer.

Die nächste Herausforderung sei gewesen, eine Lichtquelle ähnlich dem Tageslicht zu schaffen. Gegenwärtig dominiere beispielsweise in Büros eine statische Beleuchtung. LEDs seien jedoch eine dynamische Lichtquelle: "Eigentlich vernünftig wäre die Nachstellung, wie es der Tag ja hat" - mit warmem Licht in der Früh, das tagsüber dann in sehr kühles und am Abend wieder in warmes Licht übergeht, erläuterte Tasch: "Das ist eigentlich der Rhythmus, der wichtig ist für den Menschen", weil er auch den Biorhythmus bestimme.

Auch der Hormonhaushalt werde - etwa beim Schlafhormon Melatonin oder dem Stresshormon Cortisol - durch Licht beeinflusst. Beispielsweise sollte der Anteil an blauem Licht am Abend gering sein, um den Schlaf nicht zu beeinträchtigen. Tagsüber im Büro empfehle sich hingegen der Start mit "einer Flut an Blaulicht". Dadurch werde die Produktion von Cortisol angeregt und die Agilität gesteigert.

Lumitech hat dazu Systeme entwickelt, die aus mehrfärbigen LEDs bestehen. Mittels Variation der Ströme in den LEDs lasse sich die Farbe einstellen: "Die Elektronik dahinter ist relativ kompliziert", berichtete Tasch.

Die Anwendungsmöglichkeiten für die Technologie seien vielfach und reichten von Hotels über Schulen und Büros bis hin zu Spitälern und Altersheimen. LED-Entwicklungen von Lumitech kommen beispielsweise im Pannonia Tower in Parndorf, in Bankfilialen und im Landesmuseum Burgenland zum Einsatz. Im Skylink-Terminal des Wiener Flughafens wurden die Werbeflächen hinterleuchtet: "Da haben wir 1,4 Quadratkilometer LEDs geliefert."

In der Nahrungsmittel-Beleuchtung liege eine weitere Anwendungsmöglichkeit: LED-Licht lasse sich auch fleischrot, käsegelb und fischblau einstellen. Bei der Wohnraumbeleuchtung könne man mittels Dimmer auch die Farbtemperatur verändern. Via eigener Apps lasse sich die Raumbeleuchtung auch etwa über iPhone und iPad regeln. LED können zudem auch Pastelltöne wiedergeben, so Tasch.

Die wichtigsten Märkte für das Unternehmen mit 35 Mitarbeitern, das im Vorjahr einen Umsatz von 6,5 Mio. Euro erwirtschaftete, sind derzeit neben Österreich Deutschland und die Schweiz. Ziel sei es, die Kundenbasis und das Produktportfolio zu verbreitern. In den kommenden Jahren sollen dazu sieben Mio. Euro investiert werden, erläuterte der Lumitech-CEO. 2008 wurde das Unternehmen mit dem Staatspreis für Innovation ausgezeichnet. Kooperationen verbinden Lumitec mit der zum Zubel-Konzern gehörenden Tridonic und mit der TU Graz, aus der Lumitech 1997 als Spin-Off hervorging.