Erstellt am 26. September 2011, 12:35

Lehrlinge im Handel leisten oft gratis Überstunden. Lehrlinge werden in Österreichs Betrieben häufig zu Überstunden herangezogen, wobei diese Mehrarbeit manchmal auch unfreiwillig und unbezahlt geleistet werden muss.

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Dies geht aus einer von der Gewerkschaft gpa-djp durchgeführten Umfrage bei Lehrlingen im Handel hervor, über die das "WirtschaftsBlatt" berichtet.

Demnach gaben 68 Prozent der befragten Lehrlinge an, bereits Überstunden geleistet zu haben, 60 Prozent davon mussten diese unfreiwillig leisten und knapp ein Viertel davon bekam dafür nichts bezahlt. Von den Lehrlingen, die Überstunden gearbeitet haben, waren 13 Prozent jünger als 18 Jahre - obwohl unter 18 Jahren Überstunden verboten sind, so die Gewerkschaft.

Auch bei der Samstags-Regelung gibt es Übertretungen: 21,8 Prozent geben an, an mehr als zwei Samstagen im Monat nach 13 Uhr arbeiten zu müssen, was nicht erlaubt ist. 73,1 Prozent der Befragten hätten an diesen Tagen lieber frei. Fast alle der befragten Lehrlinge, nämlich 97,2 Prozent, wollen am Sonntag einen arbeitsfreien Tag haben. Müssten sie trotzdem arbeiten, so würde mehr als jeder zweite (57,6 Prozent) den Beruf wechseln.

Auch Urlaub und Krankenstand sind heikle Themen: Demnach meinen 34,5 Prozent der Lehrlinge, ihr Chef vermittle ihnen, dass sie trotz Krankheit zur Arbeit kommen sollten. 34,1 Prozent müssten um die Einteilung ihres Urlaubs nach ihren Vorstellungen kämpfen. Die Angst um den Ausbildungsplatz ist groß: Jeder vierte fürchtet, seine Lehrstelle zu verlieren. Jeder zweite arbeite nicht in seinem Wunschberuf.