Erstellt am 04. Juli 2011, 11:33

Leichter Rückgang bei Verkehrstoten. 245 Menschen sind im ersten Halbjahr 2011 bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen getötet worden, so die am Montag veröffentlichte vorläufige Unfallstatistik des Innenministeriums.

Der Wagen des Oberösterreichers drehte sich nach dem Unfall auf der Straße um die eigene Achse.FEUERWEHR GÖPFRITZ  |  NOEN
Das entspricht einem leichten Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr (250 Tote). Mehr als die Hälfte der Getöteten (55 Prozent) sind Pkw-Lenker oder -Insassen (134 von 245). Die zweitgrößte Gruppe sind Fußgänger (42 Tote, 17 Prozent), gefolgt von Motorradfahrern (35 bzw. 14 Prozent), Radfahrern (14 oder sechs Prozent), Mopedfahrern (zehn oder vier Prozent) und Lkw-Lenker oder -Insassen (acht oder 3,5 Prozent).

Anstiege gab es hauptsächlich bei den motorisierten Zweiradfahrern. Zu den am meisten gefährdeten Personengruppen zählen Jugendliche zwischen 15 und 26 Jahren mit 50 Getöteten (die Zahl ging allerdings im Vergleich zum Vorjahr zurück) und ältere Personen über 60 Jahre mit 74 Getöteten (2010: 76). "Diese Zahl stagniert auf hohem Niveau", sagte Otmar Bruckner vom Verkehrsdienst im Innenministerium.

In den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres sind elf Kinder im Alter von null bis 14 Jahren getötet worden (2010: fünf). Sechs davon starben im Pkw, vier als Fußgänger und eines davon beim Radfahren. Sechs Personen kamen bisher auf einem Schutzweg (2010: acht) ums Leben, acht an Eisenbahnkreuzungen bei Kollisionen mit Zügen (2010: fünf), fünf Menschen verunglückten in Tunnelbereichen (2010: vier) tödlich.

Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich auf ehemaligen Bundesstraßen (105 Todesopfer) und Landesstraßen (71 Tote) - dort gab es laut Innenministerium auch deutliche Steigerungen. Auf Autobahnen und Schnellstraßen starben im ersten Halbjahr 33 Menschen.

Mehr Todesopfer als im Vorjahr gab es in den Bundesländern Niederösterreich, Vorarlberg, Tirol und Burgenland. In den anderen Ländern sind die Zahlen 2011 gesunken.

Deutlich zurückgegangen sind Geschwindigkeitsunfälle, ihr Anteil am Unfallgeschehen lag bei 25,5 Prozent (in den Jahren davor lag dieser Wert immer bei mehr als 30 Prozent), alle anderen Ursachen (Alkohol, Überholen, Unachtsamkeit etc.) haben zugenommen. Die Unfallverursacher verfügen laut Analysen über gute Ortskenntnisse (84 Prozent), was bedeutet, dass die Unfallstellen im regionalen Nahbereich (bis zu 50 Kilometer) der Verursacher liegen.

Die Unfälle sind von Jänner bis April dieses Jahres um 3,2 Prozent gesunken, die Zahl der dabei Verletzten um 4,3 Prozent. Die unfallträchtigste Jahreszeit hat aber erst begonnen: In den Sommermonaten ereignen sich laut Innenministerium aufgrund des starken Reiseaufkommens die meisten Unfälle im Jahr. Auch die Zahl der Todesoper erreicht im Sommer den Höchststand.



Bundesländervergleich (Verkehrstote 1. Halbjahr):

2011/2010/2009/2008/2007/2006/2005

Burgenland: 8/6/13/19/15/9/15
Kärnten: 12/19/16/28/19/28/16
: 86/79/82/85/101/80/90
OÖ: 52/57/66/54/73/58/74
Salzburg: 13/22/31/18/19/19/21
Steiermark: 31/34/38/54/53/43/62
Tirol: 22/17/16/34/23/20/25
Vorarlberg: 11/5/8/8/7/9/13
Wien: 10/11/17/12/14/15/17