Erstellt am 30. August 2013, 11:49

Leiharbeiter mit Jobs kaum zufrieden. Die Jobzufriedenheit in Österreich schwankt enorm. Während Büroangestellte (ohne Kundenkontakt), Geschäftsführer und Bankangestellte gute Noten geben, sind Lkw-Fahrer, Reinigungskräfte und Bauarbeiter am unzufriedensten.

Besonders schlecht steht es laut Arbeitskammer Oberösterreich um Leiharbeiter. Diese sind in allen Bereichen unzufriedener, pessimistischer oder stärker belastet.

Rechte und soziale Position als Problemthemen

Dem neuesten AK-Arbeitsklimaindex zufolge kommen Leiharbeiter nur auf einen Zufriedenheitswert von 87 Punkten. Das ist im 21 Punkte weniger als der Durchschnitt der anderen Beschäftigten, der für die Jahre 2011 bis 2013 bei 108 Punkten lag. Leiharbeiter "sind klar unzufriedener mit ihren Rechten, mit ihrer sozialen Position, mit ihren Aufstiegschancen und mit ihren Chancen auf dem Arbeitsmarkt", so die AK.

Einer von drei Leiharbeitern fühlt sich durch den kontinuierlichen Arbeitsdruck bzw. die fehlenden Pausen stark oder ziemlich stark belastet. Vielfach leiden sie unter körperlichem Stress, denn 40 Prozent der Leiharbeiter sind in Industrie oder Gewerbe tätig, zum Beispiel in Fabriken oder am Bau.

Zwei Drittel zweifeln an Arbeits-Fortsetzung bis zum 65. Lebensjahr

Mehr als ein Viertel - und damit doppelt so viele wie der Durchschnitt aller Beschäftigten - sieht sich sehr oder ziemlich Unfall- und Verletzungsgefahren ausgesetzt. 62 Prozent halten es für unwahrscheinlich, dass sie ihre momentane Arbeit bis 65 ausführen können.

Auch bei den regulär Beschäftigten ist nicht alles eitel Wonne: Die niedrigsten Zufriedenheitswerte wiesen Bauarbeiter (94 Punkte), Reinigungskräfte (96 Punkte) und Berufs-/Fernfahrer (97 Punkte) auf. Alle drei Berufsgruppen haben besonderen physischen Stress.

Berufsfahrer klagen über Einsamkeit am Arbeitsplatz

Ein weiterer Zufriedenheitsfaktor ist die soziale Einbindung: 16 Prozent der Berufsfahrer, acht Prozent der Bauarbeiter und sieben Prozent der Reinigungskräfte leiden unter Einsamkeit am Arbeitsplatz, aber nur ein Prozent der Bank- und Büroangestellten sowie Geschäftsführer.

Deren Zufriedenheitswerte sind mit 118 (Büroangestellte), 117 (Geschäftsführer) bzw. 116 Punkten (Bankangestellte) am höchsten.