Erstellt am 01. Dezember 2011, 13:16

Leitl für sofortige Einführung von Euro-Bonds. Wirtschaftskammerpräsident Leitl hat die sofortige Einführung von gemeinsamen Anleihen mit differenzierten Zinsen in der Eurozone gefordert.

 "Euro-Bonds würden die Eurozone gegen Spekulation verteidigen", betonte Leitl am Donnerstag vor Journalisten in Brüssel. Leitl stellte in Brüssel den "GCP Wirtschaftsausblick 2012" vor, basierend auf einer Umfrage unter den weltweiten Wirtschaftskammern.

Es sei unsinnig, dass die höher verschuldeten USA nur rund 2 Prozent Zinsen für deren Staatsanleihen bezahlen. In der Eurozone müssten die Länder hingegen "willkürliche Zinsen" zahlen, die von Spekulation angetrieben sind, und "mit der Realität nichts zu tun haben".

Mit differenzierten Zinsen, je nach Kreditwürdigkeit der Länder, könne man die Bedenken der Euro-Bonds-Gegner ausräumen. Leitl kann sich "drei Klassen" von Euro-Bonds vorstellen. Die Anleihen sollten multilateral zwischen den Staaten, ohne EU-Vertragsänderungen eingeführt werden, aber an scharfe Budgetkonditionen und Sanktionen gekoppelt sein. "Ich bin kein Freund von Vertragsänderungen", erklärte der Wirtschaftskammerpräsident. Mit differenzierten Euro-Bonds könne man verhindern, dass sich Länder bei der Haushaltspolitik zurücklehnten.

Im "GCP Wirtschaftsausblick 2012" fordern die Wirtschaftsvertreter als wichtigste Politikmaßnahme im Jahr 2012 einen Konjunkturimpuls, vor allem im Bereich Forschung & Entwicklung, Bildung und Innovation. "Wir erwarten Impulse von den Regierungen, aufgrund der Sparpläne ist aber nicht viel möglich," sagte Leitl. Mehr Wachstum solle durch mehr Innovation entstehen.

Optimistisch im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr sind nur die Wirtschaftskammern in Südamerika und in der arabischen Golfregion. Mit einem geringeren Wachstum im Jahr 2012 als in der aktuellen Weltbank-Prognose rechnen die Wirtschaftsvertreter in der USA, EU, Afrika, China und Südostasien. Mehr Sparprogramme der Staaten folgte erst auf Rang 4 der Politik-Prioritäten der Wirtschaftskammern.