Erstellt am 04. März 2013, 13:33

Leitl gegen Bonuszahlungen bei Misserfolgen. Nachdem die Schweizer am Sonntag in einem Referendum die Begrenzung von Managergehältern verlangt haben, fordert Wirtschaftskammerpräsident Leitl auch in Österreich Konsequenzen.

Wobei er zunächst auf staatsnahe Betriebe zeigt, wo die "Vertragsschablone" geändert werden solle. Auch in der EU gab es vorige Woche Entscheidungen zur Beschränkung von Spitzeneinkommen, allerdings nur für Banker. "Während wir uns in den Unternehmen mit der Zulässigkeit von 100-Euro-Einladungen herumschlagen müssen, werden in staatsnahen Betrieben erfolglose Manager mit Millionenabfindungen heimgeschickt. Das zu ändern, scheint mir eine angebrachte Lehre aus dem Schweizer Votum zu sein", so Leitl am Montag.

Wer Leistung erbringe, solle "entsprechend" entlohnt werden, wer aber "nicht leistet oder gar Schaden anrichtet, darf dafür nicht auch noch belohnt werden", meint Leitl und fordert mehr Transparenz bei Managergehältern.

Die Schweizer haben am Sonntag mit Zwei-Drittel-Mehrheit einer Initiative zugestimmt, wonach künftig die Aktionäre eines Unternehmens über die Gehälter des Spitzenmanagements entscheiden. Ein "Goldener Handschlag" beim Weggang aus einem Konzern und Begrüßungsmillionen vor dem Beginn eines Arbeitsverhältnisses sollen verboten werden. Auch Prämien bei Firmenkäufen oder -verkäufen soll es nicht mehr geben. Die Vorschläge müssen nun noch in Gesetze umgesetzt werden.

Im Rahmen des Bankenpakets einigten sich EU-Parlament, Minister der EU-Mitgliedsländer und EU-Kommission vergangene Woche, dass für Banker ab 2014 im Normalfall der Bonus nur mehr so hoch wie ein Jahresgehalt sein darf, die Aktionäre können den Bonus bis auf das Doppelte des Jahresgehaltes aufstocken. Die EU-Regeln gelten allerdings nicht für andere Branchen. Dieser Kompromiss soll morgen Dienstag von den Finanzministern der EU-Länder formal beschlossen werden.