Erstellt am 02. November 2011, 08:45

Liebesgrüße aus Moskau und Berlin. NEUE ARBEITSPLÄTZE / Delegation rund um Landeschef Hans Niessl holt Großprojekte und Wirtschaftspartner ins Burgenland.

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VON MARKUS STEFANITSCH (BERLIN UND MOSKAU)

„Da sehen die Wiener künftig, woher ihr Strom kommt“, schmunzelte Landeshauptmann Hans Niessl am Nationalfeiertag im Rahmen der Vertragsverhandlungen mit der Firma Enercon über die leistungsstärkste und höchste Windkraftanlage der Welt. Zwei dieser 200 Meter hohen E-126-Modelle stehen bereits in Potzneusiedl. Bis zum Jahr 2013 sollen im Burgenland insgesamt weit über 250 Windräder (allerdings etwas kleinere Modelle) für eine sogenannte Alternativ-Energieautarkie (es wird so viel Strom produziert wie verbraucht) sorgen. Die in der Nähe von Berlin (Magdeburg) beheimatete Firma fertigt alle Teile für die Windräder selbst.

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180 Beschäftigte für das neue Werk in Zurndorf
Ein Teil der Produktion soll künftig auch im Burgenland über die Bühne gehen: In Zurndorf soll eine Fabrik entstehen, in der die riesigen Betonteile für den Turm der Windräder gefertigt werden. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf mehr als 40 Millionen Euro. Die Firma wird im Burgenland rund 180 Mitarbeiter beschäftigen.
Was die Berliner und Russen künftig aus dem Burgenland sehen werden, war Anlass der weiteren Reise der Delegation rund um Landeshauptmann Hans Niessl: So fand am Abend des Nationalfeiertages ein Empfang in der Berliner Botschaft statt, wo zahlreiche deutsche Spitzenpolitiker und Wirtschaftstreibende die Vorzüge des Burgenlandes kennenlernen konnten. Für rund 500 geladene Gäste wurden pannonische Schmankerln samt Tamburizza-Klängen serviert und kräftig die Werbetrommel für das Land gerührt.

Tags darauf ging es für zwei Tage weiter nach Moskau. Dort lud das Burgenland gemeinsam mit der Österreichischen Botschaft zum Burgenland-Abend im Top-Hotel Kempinski in der Nähe des berühmten Roten Platzes. Dort empfing der Landeschef gemeinsam mit Botschafterin Margot Klestil-Löffler, Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth und Tourismusdirektor Mario Baier neben 600 Gästen unter anderem auch den Spitzenmanager Sigi Wolf und zahlreiche weitere hohe politische Repräsentanten Moskaus. Der Abend diente aber nicht nur zur Präsentation des Burgenlandes, sondern auch zum Vertiefen der Wirtschaftsbeziehungen.
Wie es funktioniert, zeigt das burgenländische Kaffee-Unternehmen Schärf aus Neusiedl am See. Im Rahmen der Moskau-Reise unterfertigte Reinhold Schärf mit russischen Franchisepartnern einen Vertrag für 116 neue Filialen seiner „Coffeshop Company“ mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro. Was da die russischen Mitarbeiter vom Burgenland sehen? „Jeder Mitarbeiter der Coffeeshop Company muss einen Großteil der Schulungen in unserer Schärf World im Burgenland absolvieren“, verrät Besitzer Reinhold Schärf. Und das sind immerhin an die tausend pro Jahr.