Erstellt am 19. Mai 2011, 16:40

Liechtenstein-Razzia-Beschluss belastet Grasser. Mit Zitaten aus dem Durchsuchungsbefehl in der Buwog-Affäre vom 12. April 2011 lässt das Nachrichtenmagazin "Format" diese Woche in seiner neuen Ausgabe aufhorchen.

Mit Zitaten aus dem Durchsuchungsbefehl in der Buwog-Affäre vom 12. April 2011 lässt das Nachrichtenmagazin "Format" diese Woche in seiner neuen Ausgabe aufhorchen. Demnach belastet der Razziabeschluss des Liechtensteiner Landgerichts über den Zürcher Vermögensberater Norbert Wicki bzw. dessen Büros in Liechtenstein den früheren Finanzminister Grasser.

Die österreichische Justiz hege den Verdacht, dass Grasser über Briefkastenfirmen, die Wicki bereitgestellt habe, Buwog-Vermittlungsprovisionen kassiert habe. Grasser selbst hat wiederholt alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Laut dem Beschluss "bestehen substanzielle Bedenken gegen die Richtigkeit von Meischbergers Behauptung, dass ihm der gesamte aus Zypern von der Astropolis nach Liechtenstein auf die drei Konten "Natalie, Karin und 15444"überwiesene Teil der Buwog-Provision zustehe". Walter Meischberger und sein Freund und Geschäftspartner Grasser haben stets betont, dass der Ex-Minister nichts von der Buwog-Provision erhalten habe.

Das bereits vom "Format" aufgedeckte Konto "15444" bei der Hypo Investment Bank (HIB) in Liechtenstein, das nach Meischbergers Angaben sein eigenes Konto ist, wird von den Ermittlern hingegen eher bei Grasser vermutet. Detail am Rande: Laut "Format" ergibt die Zahl 15444 als SMS ins Handy eingetippt die Zeichenfolge ".KHGi" - das wären die Initialen Grassers.

Auf dem Konto "15444" landeten von 2005 bis 2007 rund 2,5 Millionen Euro Buwog-Geld, die restlichen fünf Provisionsmillionen flossen zu gleichen Teilen auf die HIB-Konten "Karin" bzw. "Natalie", die laut "Format" Ernst Karl Plech und Walter Meischberger gehören. Rund 2 Mio. Euro hatte schon der Lobbyist Peter Hochegger laut Berichten behalten.