Erstellt am 01. Juli 2013, 16:39

Lieferanten drohen dayli mit Konkursantrag. Die Lieferanten der angeschlagenen Drogeriemarktkette dayli werden zunehmend ungeduldig.

Sollte in den nächsten Tagen keine Entscheidung über Insolvenz oder Finanzspritze fallen, dann werde man selbst Konkursantrag stellen, hieß es von mehreren Lieferanten. Eigentümer Rudolf Haberleitner hofft indes noch auf einen rettenden Investor. Am Montag wurde am zuständigen Landesgericht Linz kein Insolvenzantrag gestellt und nichts anvisiert, so Gerichtspräsidentin Katharina Lehmayer am Nachmittag.

Den 3.300 dayli-Beschäftigten ließ Sozialminister Hundstorfer am Montag via Medien ausrichten: "Wir stehen zur Verfügung." Zur Zukunft der Schlecker-Nachfolgegesellschaft wollte er sich aber nicht konkret äußern, er verwies auf seine Verschwiegenheitspflicht. Nur so viel: "Die Juni-Gehälter sind nicht fristgerecht überwiesen worden, dass wissen wir von Mitarbeitern", sagte Hundstorfer vor Journalisten in Wien.

Aufsichtsrats-Vorsitzender Franz Guggenberger betonte gegenüber den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Montag-Ausgabe), dass "es derzeit extrem schwierig ist für dayli, und wir versuchen die beste Möglichkeit zu finden, damit eine Fortführung gewährleistet werden kann". Ob und wann es zu einer Insolvenz komme, wollte der Aufsichtsratsvorsitzender nicht sagen. Dayli-Eigentümer Haberleitner war am Montag vorerst nicht erreichbar.

Der ehemalige dayli-Hälfteigentümer Novomatic hat gegenüber der Drogeriemarktkette noch ein 10 Mio. Euro Darlehen offen. Ob der Glücksspielkonzern ein weiteres Darlehen gewährt, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. "Wir haben zum Thema bereits alles gesagt", so Novomatic-Sprecher Hannes Reichmann in einer E-Mail auf Anfrage.

Auch die italienischen Gewerkschaften bangen um die Zukunft der Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli. 100 der 288 Filialen in Italien stehen vor der Schließung, weil sie nicht mehr mit Waren beliefert werden. Für 218 der 1.500 Mitarbeiter der Gruppe wurde vom Arbeitsministerium in Rom die Kurzarbeit als soziale Stützungsmaßnahme bewilligt.