Erstellt am 14. März 2011, 13:31

Lkw-Kontrollen an Grenzübergängen bei Fahrern nicht unbeliebt. Defekte Bremsen, kaputte Lichtanlagen oder gar ein fehlender Griff an der Fahrertür - Lkw, die solche oder ähnliche Mängel aufweisen, werden fast täglich an den Grenzübergängen im Burgenland aus dem Verkehr gezogen.

Für diesen Lkw war in St. Pölten Endstation. Der Rahmen des Auflegers war mehrfach eingerissen.HAGL  |  NOEN
An 215 Kontrolltagen werden technische Ausstattung der Fahrzeuge sowie die Einhaltung der Ruhezeiten überprüft. Besonders die Lkw-Fahrer seien über die Kontrollen froh, denn für sie sei es oft die einzige Chance, um mit einem sicheren Fahrzeug unterwegs zu sein, berichtete ein Beamter der Bundesanstalt für Verkehr bei einer solchen Kontrolle heute, Montag, in Klingenbach.

Mit den Kontrollen versuche man auch die Transportunternehmer zu sensibilisieren, erklärte Verkehrslandesrätin Michaela Resetar (V). Dies ist nach Einschätzung des Bundesprüfers auch notwendig, denn: "Es ist meistens so, dass die Lkw-Fahrer froh sind, wenn sie nicht mehr weiterfahren dürfen, weil so viele technische Mängel bestehen", sagte der Beamte. Deshalb gebe es auch meistens keine Probleme mit den Fahrern, wenngleich man sich oft nur mit Händen und Füßen verständigen könne.

"Die Fahrer sind eigentlich recht arm. Wer sich weigert, mit einem offenbar defekten Lkw zu fahren, wird einfach durch einen anderen ausgetauscht", so der Prüfer. Unverständnis aufseiten der Chauffeure sei daher eher die Ausnahme, "aber es ist schon mal vorgekommen, dass jemand mit einer Eisenstange auf den Prüfer losgegangen ist", berichtete er. Für solche Fälle sei immer die Polizei dabei.

Bei der Kontrolle werden die Laster von der Polizei angehalten und vorselektiert. Gestartet wird mit einem Rundumgang, um zu sehen, "ob es offensichtliche Mängel gibt", erklärte der Beamte. "Dann fahren wir auf den Bremsenprüfstand, schauen nach, ob die Bremsen gut funktionieren." Wenn Bremspedale und Handbremse in Ordnung sind, wird der Lkw auf die sogenannte Rüttelplatte gefahren: "Dort schauen wir, ob die ganzen Spiele passen, ob die Gummilagerungen in Ordnung sind, ob die Achse nicht zu viel Spielraum hat", erläuterte der Beamte. Kontrolliert wird außerdem, ob der Laster Flüssigkeiten verliert, Öl oder Kühlwasser heruntertropft oder ob möglicherweise ein Tank undicht ist.

Für die Verkehrssicherheit sei das ein sehr wichtiger Punkt, meinte Werner Fasching, stellvertretender Landespolizeikommandant: "Wir sind praktisch das Tor vom Osten nach Mittel- und Westeuropa und deshalb ist es ganz wichtig, dass hier die Lkw kontrolliert werden und diejenigen, die nicht verkehrssicher sind, aus dem Verkehr gezogen werden." Laster mit zu vielen Mängeln dürfen nicht weiterfahren. Diese werden am Grenzübergang abgestellt, "so lange, bis das Problem behoben ist, oder sie müssen abgeschleppt werden", sagte Fasching.