Erstellt am 16. November 2010, 07:36

LKW-Maut: Keine weitere Spreizung der Tarife 2011. Bei der Lkw-Maut wird es 2011 keine weitere Spreizung (Differenzierung) der Tarife nach Schadstoffklassen geben.

 |  NOEN, BilderBox.com (www.bilderbox.com)
 Die Mautgebühren werden im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen jährlichen Verbraucherpreisindex-Anpassung um 1,1 Prozent angepasst, hieß es aus dem Büro von Verkehrsministerin Doris Bures (S) am Montag zur APA. Die Ökologisierung der Lkw-Maut zeige Wirkung, weil sich die Anzahl der schadstoffärmsten Lkws vervierfacht haben. Die Verordnung zur Lkw-Maut wurde vergangenen Freitag in Begutachtung geschickt.

   Seit Anfang Jänner 2010 werden die Lkw- Mauttarife nach Schadstoffklassen ökologisch gestaffelt: Die Einstufung erfolgt nach Achsenzahl und Euroklasse. Lkws mit dem geringsten Schadstoffausstoß zahlen um 10 Prozent weniger - das sind Lkws der Euroklassen EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) und die ab 2011 erhältlichen Lkws der Euroklasse 6. Lkws der Euroklassen 4 und 5 zahlen um 4 Prozent weniger. Die Lkws der Euroklassen 1, 2 und 3 mit dem höchsten Schadstoffausstoß zahlen um 10 Prozent mehr. Für Busse gilt dieselbe Regelung.

   Die Ökologisierung der Lkw-Maut muss laut EU-Richtlinie aufkommensneutral sein. Die Einnahmen der Mauterhöhungen bei schadstoffreichen Lkws müssen daher mittels Senkung der Mauttarife an schadstoffarme Lkws weitergeben werden und es darf kein zusätzliches Geld für die staatliche Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag lukriert werden. "Die vorgeschriebene Aufkommensneutralität wurde erfüllt", so das Ministerium.

   Die Asfinag liefert genauere Zahlen zur Änderung des Lkw-Aufkommens: Die Anzahl der Lkws mit der geringsten Schadstoffemission (EEV) hat sich im Straßennetz seit 1. Jänner von 0,5 auf 2 Prozent vervierfacht. Die Anzahl der Lkws in den Euroklassen 4 und 5 sind  von 34 auf 40 Prozent gestiegen und der Anteil der schadstoffreichen Lkws in den Euroklassen 1, 2 und 3 hat sich von 66,5 auf 58 Prozent verringert.

   Durch die Ökologisierung der Lkw-Maut werden im Vergleich zu 2009 heuer rund 8 Prozent weniger Stickoxide und 10 Prozent weniger Partikel von den Lastkraftfahrzeugen ausgestoßen, so die Einschätzung des Ministeriums. Beim CO2-Ausstoß sei aber keine Verringerung zu erwarten, weil die modernen Motoren zwar "sauberer" verbrennen, aber nicht weniger Sprit verbrauchen. Wie viel CO2 ausgestoßen wird, hänge direkt mit dem Treibstoffverbrauch zusammen.