Erstellt am 22. September 2011, 01:29

Lohnrunden für eine Million Beschäftigte. Am Donnerstag läuten die rund 190.000 Beschäftigten der Metallindustrie die Herbstlohnrunde ein. Ihnen folgen die 450.000 Handelsangestellten und 350.000 Beamte. Die Lohnrunden stehen im Zeichen steigender Inflation und trüber Wirtschaftsaussichten, ein Abschluss über drei Prozent Lohnsteigerung für die Metaller gilt als fix.

Zum Vergleich: Die Einkommen der Spitzenmanager sind heuer um 4,1 Prozent gestiegen, die Lohnstückkosten gingen um 5,5 Prozent zurück. Im Vorjahr legte der Mindestlohn der Metallbranche um 2,5 Prozent und der Ist-Lohn um 2,3 Prozent zu. Weiters gab es eine Einmalprämie von mindestens 44 Euro, was für die untersten Einkommensschichten ein Gehaltsplus von bis zu 3 Prozent bedeutete.

Die Verhandler auf Arbeitnehmerseite, Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA), forderten im Vorfeld eine "saftige Lohnerhöhung". "Mit der Abgeltung der Inflationsrate und einem geringen Aufschlag ist es sicher nicht getan", hieß es.

Die Arbeitgeber der Metallindustrie, vertreten durch Christoph Hinteregger und Alfred Hintringer, hingegen verweisen auf die Konjunktureintrübung in Deutschland und auf die allgemein sehr unsichere Wirtschaftslage. Sie setzen daher auf 3 Prozent plus Einmalzahlungen, da die einmaligen Überweisungen nicht Lohnerhöhungen für die nächsten Jahre festschreiben. Beide Verhandlungsseiten gehen von schwierigen Gesprächen aus, eine Einigung in der ersten Verhandlungsrunde gilt als ausgeschlossen.