Erstellt am 21. Februar 2013, 13:59

Luftfahrtindustrie kämpft gegen Flugabgabe. Die heimische Luftfahrtbranche hat am Donnerstag eine neue Studie präsentiert, um volkswirtschaftliche Schäden durch die Flugabgabe zu untermauern.

Demnach hat die Abgabe den Ticketverkauf reduziert, den Wettbewerb verzerrt und die Attraktivität Österreichs als Tourismusdestination verringert.

Ihre Abschaffung würde dazu führen, dass 1,1 Mio. mehr Passagiere fliegen, die Wirtschaftsleistung Österreichs um 229 Mio. Euro steigt und 3.360 Arbeitsplätze entstehen, heißt es in der Arbeit der britischen Organisation "Oxford Economics".

Die Flugabgabe wurde mit Jahresbeginn 2013 für Kurzstreckenflüge von 8 auf 7 Euro und für Mittelstreckenflüge von 20 auf 15 Euro gesenkt. Für die Langstrecke bleibt sie unverändert bei 35 Euro. Das Finanzministerium hat daraus vor der Absenkung jährliche Einnahmen von 90 Mio. Euro (und danach zehn Prozent weniger) budgetiert, in Wahrheit seien in den ersten 12 Monaten nach der Einführung im April 2011 104,6 Mio. Euro geflossen, so die Studienautoren.

Die Oxford Economics Studie geht davon aus, dass der positive volkswirtschaftliche Effekt einer Abschaffung der Steuer mit 96 Mio. Euro etwa gleich hoch wäre wie die entgangene Steuer.

Am Flughafen Wien ist die Zahl der Passagiere 2012 trotz Ticketsteuer um fünf Prozent gestiegen. Das sei einerseits weniger Wachstum als früher, andererseits müsse man vor allem auf die Regionalflughäfen achten, wo durchwegs die Passagierzahl gefallen sei, sagte Flughafen-Linz-Chef Gerhard Kunesch am Donnerstag.

Finanzministerin Fekter ist die Studie zugeschickt worden, konkrete Gespräche über eine Abschaffung der Steuer gibt es derzeit nicht. Auch aus Brüssel zeichnet sich keine Schützenhilfe für die Luftfahrtbranche ab: EU-rechtlich gebe es keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen, räumte Mario Rehulka, Präsident des österreichischen Luftfahrtverbands, ein.