Erstellt am 22. Januar 2012, 12:34

Lufthansa-Chef setzt bei AUA und Co. Rotstift an. Vorstandschef Christoph Franz verpasst den Konzerntöchtern der Lufthansa - unter anderem der österreichischen AUA - einem Magazinbericht zufolge ein milliardenschweres Sparpaket.

Franz wolle die Eigenständigkeit der Töchter einschränken, um die Kosten jährlich um 1,5 Mrd. Euro zu senken, schreibt die deutsche "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf Angaben aus Konzernkreisen.

Franz werde seine Pläne unter dem Arbeitstitel "Profit Improvement" am 6. Februar dem Management vorstellen, einen Tag später dann den Betriebsräten. Einkauf, Personalverwaltung, Controlling und IT würden stärker gebündelt und von der Zentrale in Frankfurt aus geführt, schrieb das Magazin weiter. Betroffen sei vor allem der Einkauf für Austrian Airlines, Swiss und Germanwings, aber auch die Wartungstochter Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo. Weitere Einsparungen erhoffe sich Franz von einer Überprüfung der Flugpläne aller Gesellschaften auf Doppelungen bei Verbindungen.

Sowohl der Name des Programms als auch der Inhalt - die Zentralisierung von Funktionen bei der Mutter in Frankfurt - seien nicht richtig, sagte ein Lufthansa-Sprecher dazu am Samstag. "Das ist alles noch in Entwicklung und wird zurzeit ausgearbeitet." Mit dem vorherigen Sparprogramm, das Ende 2011 auslief, hatte Deutschlands größte Fluggesellschaft insgesamt die Kosten um eine Milliarde Euro gedrückt.

Bei der nach wie vor schwer defizitären AUA in Wien könnten die neuen kolportierten Sparpläne die Stimmung weiter drücken, herrscht doch dort wegen der geplanten Einschnitte bei den Kollektivverträgen ohnehin schon dicke Luft zwischen Gewerkschaft und Management. Am Freitag war es deshalb zu Betriebsversammlungen gekommen, der Vorladung zur Unterschrift unter neue KV am Montag und Dienstag will GPA-Vize "selbstverständlich" nicht Folge leisten, wie er sagte.