Erstellt am 13. Dezember 2013, 15:59

Lufthansa-Chef sieht AUA noch nicht auf Flughöhe. Der scheidende Lufthansa-Chef Christoph Franz sieht die österreichische Tochter Austrian Airlines zwar auf gutem Weg Richtung Profitabilität, aber noch lange nicht am Ziel.

Ohne Sondereffekte schwarze Zahlen, wie das heuer der Fall sein werde, sei zwar ein "historischer Moment" für die AUA, jedoch müsse die Airline auch genug Geld für Investitionen verdienen.

"Das sind zwei Paar Schuhe", sagte der Lufthansa-Boss am Freitag in Wien nach einem Treffen des Luftfahrtbündnisses Star Alliance. "Insofern ist der Weg der AUA, an Flughöhe zu gewinnen, noch nicht beendet." Um Wachstum zu generieren, müsse die AUA weitere Anstrengungen unternehmen. Angesprochen auf die künftige Unterstützung der Österreicher durch die deutsche Mutter meinte Franz, das hänge sehr davon ab, ob die Aussichten, das Geschäft profitabel zu betreiben, positiv seien - "denn das ist ja kein Selbstzweck".

Wann die richtige Flughöhe erreicht sein wird? "Die Lufthansa hat uns zum Ziel gesetzt, bis 2016 4 Prozent Gewinnmarge zu erreichen", bekräftigte AUA-Chef Jaan Albrecht. Derzeit liegt diese bei rund einem Prozent des Umsatzes.

Zu den Rechtsstreitigkeiten wegen des Betriebsübergangs bei der AUA auf Tyrolean meinten sowohl Albrecht als auch Franz, dass dieser beim Lufthansa-Konzern keine zusätzlichen Kosten - etwa Reserven für Prozesse - verursache. Franz ist zuversichtlich, dass die anhängigen Gerichtsfälle zugunsten der AUA ausgehen.

An die neue österreichische Regierung deponierte der Lufthansa-Chef, endlich die Luftverkehrsabgabe abzuschaffen. "Ich weiß nicht, wie man einen nationalen Carrier hier langfristig haben will, wenn er im Unterschied zu anderen diese Sonderbelastung fast allein tragen muss", wiederholte der Airline-Manager seine Kritik.

Weiters forderte Franz die Regierenden in Wien auf, ihre Luftverkehrsabkommen mit Golfstaaten zu beenden. Hintergrund ist ein langer Zwist der AUA mit der Dubai-Airline Emirates um Flugrechte. Die finanzstarke, weil staatliche Fluglinie gräbt der finanziell strudelnden Lufthansa-Tochter auf der Langstrecke zunehmend das Wasser ab.

"Die österreichische Regierung muss sich fragen, ob man bestehende Luftverkehrsabkommen zwischen Österreich und Staaten, in denen die Carrier erkennbar nicht unter den gleichen fairen Wettbewerbsbedingungen antreten, nicht schlicht kündigen muss oder so anpasst, dass ein fairer Wettbewerb möglich ist", sagte Franz.

Zu seinem Abgang bei der Lufthansa gab sich Franz, der ja zum Schweizer Pharmakonzern Roche wechselt, wortkarg. Seine Entscheidung sei einfach deshalb gefallen, weil sein Vertrag bei der Lufthansa mit Mai 2014 auslaufe und er ein "extrem attraktives Angebot" bekommen habe. Wen er sich als Nachfolger an der Lufthansa-Spitze wünscht, wollte er nicht verraten.