Erstellt am 20. September 2012, 12:10

Lufthansa-Pläne belasten Schlichtung schwer. Die Pläne der AUA-Mutter Lufthansa zur Gründung einer konzerninternen Billiggesellschaft belasten nach Ansicht der Kabinengewerkschaft Ufo die Schlichtung für die rund 18.000 Flugbegleiter. "Die Kollegen sind völlig verunsichert. In unseren Foren ist die Hölle los", berichtete Gewerkschaftschef Nicoley Baublies am Donnerstag in Frankfurt.

Am Vortag hatte die Lufthansa angekündigt, auf der Basis ihrer Tochter Germanwings zum Jahreswechsel ihre Direktverkehre in Deutschland und Europa neu zu organisieren. Die Gesellschaft soll 90 Flugzeuge betreiben und bereits im ersten Jahr rund 18 Millionen Passagiere befördern. Im vergangenen Jahr hat die Kernmarke Lufthansa Passage rund 65,5 Millionen Gäste geflogen.

Das Management will mit der Neuorganisation die Millionenverluste in diesem Bereich außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München eindämmen. Die Flugbegleiter der Germanwings haben nach Ufo-Angaben um bis zu 40 Prozent niedrigere Gehälter als ihre Kollegen bei der Lufthansa. Ufo fürchtet, dass rund 1.200 Lufthanseaten zu einem Wechsel gezwungen werden könnten.

Die Gewerkschaft sei nicht bereit, einen Billigtarif für Flugbegleiter im Konzern zu dulden, sagte Baublies, der in den vergangenen Wochen den ersten Streik der Flugbegleiter in der Geschichte der Lufthansa angeführt hatte. Man biete Zugeständnisse der gesamten Belegschaft an, um den Betrieb langfristig günstiger zu machen. Die Frage der tariflichen Bedingungen bei den Direktflügen sei Gegenstand des Schlichtungsvertrags. Er sei daher überrascht, dass der Lufthansa-Vorstand noch vor Beginn der Schlichtung die Pläne beschlossen und dem Aufsichtsrat vorgelegt habe.