Erstellt am 05. September 2011, 13:30

Lufthansa stößt bmi ab, aber nicht die AUA. Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer hat am Montag in Wien bestätigt, dass die deutsche Airline ihre defizitäre britische Tochter British Midlands (bmi) zum Verkauf stellt. Allerdings seien auch ein Teilverkauf oder die Einbringung in eine Partnerschaft Optionen.

Dezidiert ausgeschlossen hat Lauer, dass der - ebenfalls noch defizitären - österreichischen Tochter AUA ein ähnliches Schicksal blühe.

Auch Spekulationen, wonach Thierry Antinori im Frühjahr seinen Job an der AUA-Spitze nicht antrat, weil er die AUA für unsanierbar gehalten haben soll, wies Lauer am Rande eines Luftfahrtsymposiums in Wien zurück: Dieses falsche Gerücht werde man "fachlich widerlegen". "Die AUA ist sanierbar. Daran habe ich nicht den Hauch eines Zweifels", erklärte Lauer heute.

Die AUA wird, wie ihr Aufsichtsratschef Lauer vor einigen Wochen bereits erklärt hat, ihr Gewinnziel heuer nicht erreichen. Allerdings seien "Fukushima" und die Nahostkrise nicht dem Management anzukreiden. Heuer werde es nur wenige Airlines geben, die ihre Ergebnisziele erreichten.

Wann die AUA nun schwarze Zahlen schreiben soll? "So bald wie möglich", sagte Lauer. Am 1. November kommt nun Jaan Albrecht (bisher Chef der Star Alliance) als neuer AUA-Chef. Wieviel Zeit er hat, die AUA über die Null-Linie zu bringen, sagte Lauer am Montag nicht. Da nenne er keine Vorgabe.

Wie schmerzlich die Airlinebranche Kosten reduzieren müsse, zeige sich gerade an der AUA, die in ihrer Kostenstruktur heute weder links noch rechts in der Lage sei mitzuspielen, meinte Lauer. Die österreichische Tochter sei noch nicht ausreichend effizient, um zu wachsen. Sie könne im Geschäft nur mithalten, wenn sie auch in der Lage sei, ihre Investitionen zu verdienen. Aber auch die Erträge müssten steigen. Aktuell soll die AUA mehr Geschäft in höherwertigen Buchungsklassen lukrieren, also mit Geschäftsreisenden. Hier liegt sie weit unter Lufthansa-Niveau.

Die beiden AUA-Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth sollen bleiben und mit Albrecht den Dreiervorstand bilden, sagte Lauer.