Erstellt am 24. Oktober 2014, 11:49

von Michaela Grabner und Wolfgang Millendorfer

Sonnentherme: Ruhe? Nur mit Umbau!. Polit-Streit um Lutzmannsburg: Ruhebereich müsste erst errichtet werden, denn der „Silent Dome“ wurde umfunktioniert.

Da war die Welt noch in Ordnung: WiBAG-Vorstand Franz Kast (l.), Landeschef Niessl, Vize Steindl und Hotel-Geschäftsführer Wolfgang Stündl (v.l.) mit den Bauplänen.  |  NOEN, BVZ
Die Ablehnung einer 2,6-Millionen-Euro-Investition in die Sonnentherme – für einen öffentlichen Ruhebereich und neun neue Zimmer fürs Thermenhotel – ließ politisch die Wogen hochgehen.

Besucherzahlen-Rückgang: 70.000 weniger

Das Projekt liegt auf Eis. Im Zuge der Diskussion stellen sich nun folgende Fragen: Warum braucht es erneut einen Millionenbetrag für die Errichtung eines Ruhebereiches? Warum macht man nicht stattdessen den früheren „Silent Dome“, der dem Hotel Sonnenpark angegliedert wurde, wieder zugänglich?

Die BVZ fragte bei Geschäftsführer und WiBAG-Vorstand Franz Kast nach: „Das ist räumlich nicht machbar, da der Bereich komplett umgebaut und eine kleine Hoteltherme daraus gemacht wurde, die man als Top-Hotel haben muss.“ Die Besucherzahlen im „Silent Dome“ seien laut Kast von 110.000 auf zuletzt 40.000 gefallen.

Laut Insidern wurden die Becken für die Hauptzielgruppe, Babys und Kleinkinder, entsprechend abgeflacht. „Im Gegenzug wurde die Sonnentherme um ein Drittel erweitert. Um die Destination nachhaltig abzusichern, muss man punktgenau positioniert sein und die Positionierung liegt bei uns auf Kindern, Kleinkindern und Babys“, so Kast.

Ultimatum für mehr heimische Arbeitsplätze

Natürlich seien Erwachsene auch gern gesehen, für die man eben den Saunabereich um eine Ruhezone erweitern werde. Kast: „Wir wollen der Kritik auch Rechnung tragen.“

Gemeint ist ein Ultimatum von Landeschef Hans Niessl und Soziallandesrat Peter Rezar. Wie berichtet, kritisieren sie, dass die Arbeitsplätze in der Sonnentherme, zu deren Schaffung immerhin rund 100 Millionen an öffentlichen Geldern beigetragen hätten, zu 60 Prozent mit Personen, die nicht im Land wohnen, besetzt seien, während es etwa in Bad Tatzmannsdorf 94 Prozent lokale Beschäftigung gebe.

Die Forderung: „Lehrlingsausbildung endlich umsetzen und mehr Burgenländer in Beschäftigung bringen, dann folgt die entsprechende Investition.“

WiBAG-Vorstand Kast will Forderungen nachkommen

Wegen der Ablehnung der Förderung wünschen Landesvize Franz Steindl und die ÖVP Mittelburgenland die Ablöse des zweiten WiBAG-Direktors Günther Perner. Dieser wollte den Vorwurf nicht kommentieren, genießt aber „das vollste Vertrauen“ von Landesschef Niessl.

Den Vorwurf, dass ein SPÖ-naher Gewerkschafter als Personalreferent ein Wort bei Anstellungen mitzureden habe, weist man im Büro Rezar zurück. Wie Kast berichtet, arbeitet man aber bereits daran, die Forderungen der Politik zu erfüllen: „Der Ruhebereich ist nicht gestorben.“

Die BVZ hatte über die Debatte berichtet: