Erstellt am 22. August 2012, 12:52

Magna-Steyr angeblich gegen Herbstlohnabschluss. Der Autozulieferer Magna-Steyr will den Abschluss der bevorstehenden Lohnrunde im Herbst nicht mittragen und fordert einen "Rabatt".

Demnach wolle die österreichische Autoschmiede des von Frank Stronach gegründeten kanadischen Magna-Konzerns die ersten drei Prozent Lohnerhöhung nicht gewähren, sondern nur allenfalls darüber liegende Prozentanteile.

Andernfalls drohe der Konzern in einem Brief mit einer Absiedlung. Eine Bestätigung des Unternehmens liegt nicht vor. Magna-Vorstand Günther Apfalter gibt sich zur "Kleinen Zeitung" zugeknöpft: "In zwei Wochen haben wir Fachverbandssitzung, bis dahin kann und will ich das nicht kommentieren". Die Sprecherin der Magna Steyr AG, Lea Treese, erklärt. "Magna ist im Gespräch mit der Gewerkschaft, laufende Diskussionen kommentieren wir jedoch nicht."

Die Gewerkschaft ortet einen weiteren Versuch der Aufspaltungstendenzen beim Lohnabschluss. "Die Arbeitgeber wollen die Kollektivvertragsgemeinschaft zerschlagen", sagt der steirische Landessekretär der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge, Josef Pesserl, zur "Kleinen Zeitung". Das sei ein "Anschlag auf die Sozialpartnerschaft".

Die Magna-Bilanz 2011 fiel jedenfalls gut aus: Der kanadische Zulieferkonzern Magna International, Mutter der österreichischen Magna Steyr, hat bei einem stabilen operativen Ergebnis sowie Nettogewinn fast ein Viertel mehr umgesetzt. Der Umsatz betrug 28,7 Mrd. US-Dollar nach 23,5 Mrd. Dollar im Jahr davor. Das operative Ergebnis (EBIT) lag 2011 bei 1,217 Mrd. Dollar (nach 1,197 Mrd.), das Nettoergebnis machte 1,018 Mrd. Dollar (nach 1,003 Mrd.) aus.

Im ersten Halbjahr 2012 stiegen Umsatz und Gewinn des Magna-Konzerns weiter: Insgesamt wurden 15,39 (14,53) Mrd. Dollar umgesetzt und 692 (604) Mio. Dollar verdient. Im zweiten Quartal lag der Umsatz des Magna-Konzerns mit einem Plus von knapp sechs Prozent auf 7,73 Mrd. Dollar über den Expertenprognosen. Das Nettoergebnis legte um 24 Prozent auf 349 (282) Mio. Dollar zu.