Erstellt am 02. September 2011, 09:45

"Man muss Masochist sein, um Lohnverhandler zu sein". Vor Beginn der Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst mahnt Alfred Hintringer, einer der beiden Chefverhandler der Arbeitgeber, zu Vorsicht. Die Rahmenbedingungen seien aufgrund der Unsicherheiten "wieder sehr schwierig".

"Wir müssen sehr vorsichtig agieren, weil keiner weiß, wie es weitergehen wird". Basis der Verhandlungen sei traditionell die aufs Jahr durchgerechnete Inflation. Das seien derzeit rund 2,65 Prozent und nicht die Monatsinflation im Juli von 3,5 Prozent. Hintringer ließ sich aber nicht auf Überlegungen ein, ob der Abschluss über der Inflation liegen werde. Jedenfalls aber sei es "gelebte Praxis", dass gut verdienende Betriebe in Form von Einmalzahlungen einen Aufschlag auf die Mindesterhöhung zahlen.

Flexibilisierung der Arbeitszeit bleibt für die Arbeitgeber ein ganz wichtiges Thema, aber "es hat keinen Sinn, sich auf KV-Ebene die Köpfe heiß zu reden. Das muss auf höherer politischer Ebene geklärt werden", so Hintringer. Dank für seine Bemühungen erwartet er nicht: "Man muss im gewissen Sinn ein Masochist sein, um Lohnverhandler zu sein. Sie werden immer jemanden haben, dem das Ergebnis nicht passt. Auch auf Gewerkschaftsseite gibt es ja Unzufriedene. Es wird intensiv verhandelt. Es geht an die Grenzen. Das Ergebnis muss beiden Seiten weh tun. Was rauskommt, ist aber fair".