Erstellt am 09. April 2013, 15:47

Manner legt Kaufangebot für Niemetz. Der bekannte Wiener Schnittenproduzent Manner will offenbar den schwer angeschlagenen Schwedenbombenhersteller Niemetz kaufen.

Das teilte Manner am Dienstagnachmittag mit. Man habe dem Niemetz-Masseverwalter Stephan Riel "ein indikatives Angebot für eine Übernahme übergeben", hieß es. Details wollte man nicht bekannt geben. Manner galt schon bisher als einer der Hauptfavoriten im Rennen um Niemetz.

Die insolvente Niemetz-Gruppe kämpft derzeit ums Überleben. Laut Masseverwalter Stephan Riel, der heute am Handelsgericht den Gläubigern den Sanierungsplan des schwer angeschlagenen Unternehmens vorstellte, ist die ursprünglich angebotene 20-Prozent-Quote zu niedrig und muss daher verbessert werden. Dafür ist allerdings zusätzliches Geld nötig, das die Gesellschafter aufstellen müssen. Als alternative Lösung wird ein Verkauf überlegt, teilte Riel in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Manner hat mit seinem unverbindlichen Angebot nun bereits ernsthaftes Interesse an einer Übernahme bekundet.

Dank der hohen Nachfrage infolge diverser Kaufaufrufe von Schwedenbomben-Fans im Internet produziert Niemetz derzeit kostendeckend. Laut Masseverwalter ist die Produktion im Rahmen der technischen Möglichkeiten ausgelastet. Im März wurde ein Umsatz von einer Million Euro erwirtschaftet - "eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr", so Riel.

Laut Informationen des KSV wurden von den Gläubigern insgesamt 6,1 Mio. Euro an Forderungen angemeldet. Davon wurden bereits 2,6 Mio. Euro als "feststehend" anerkannt. Das heißt, dieser Betrag wird jedenfalls bei der Quotenausschüttung berücksichtigt. Man könne allerdings damit rechnen, dass sich die Summe im Laufe der noch nicht abgeschlossenen Prüfung noch auf etwa 4,5 Mio. Euro erhöhen werde, sagte Tahbaz.

Der letzte Stichtag für Niemetz ist jedenfalls der 7. Mai. Dann werden die Gläubiger endgültig über den Sanierungsplan abstimmen.

Das 1890 ursprünglich als Konditorei gegründete Traditionsunternehmen, das auch die Cremeriegel Swedy und Manja herstellt, meldete vor zwei Monaten Insolvenz an. Zuvor waren Lieferanten und Mitarbeiter gar nicht oder nur zum Teil bezahlt worden. Als Gründe für den stetigen Abstieg wurden von Fachleuten u.a. fehlende Produktinnovationen, veraltete Maschinen und schlechtes Marketing genannt.