Erstellt am 16. Juni 2016, 13:17

von Bettina Scheidl

Markus Sautner, Meister der Braukunst. Vom ersten Märzenbier in der Maurerflasche zum Staatsmeistertitel: Wirtschaftliche Vision und Passion machten „Golser Bier“ zur namhaften Marke.

Bereit für die Zukunft. Aktuell verfügt die »Pannonia Brauerei« über die modernste Brauerei Österreichs. 2007 wurde die Marke »Golser Bier« von Waltraud (M.) und Harald Sautner (rechts) gegründet, heute fungiert Markus Sautner (links) als Geschäftsführer. Foto: Scheidl  |  NOEN, Scheidl
Das erste eigens gebraute Märzenbier in der Maurerflasche legte vor als 18 Jahren den Grundstein für die Erfolgsgeschichte von „Golser Bier“ und der „Pannonia Brauerei“ von Familie Sautner: Mit Leidenschaft und Enthusiasmus für qualitativ hochwertiges Bier sowie wirtschaftlichem Weitblick wurde von Harald und Waltraud Sautner ein Unternehmen gegründet, das 2015 mehr als 700.000 Liter „Golser Bier“ abfüllte und aktuell in der Kategorie „Märzenbier nach österreichischer Brauart“ den Staatsmeistertitel trägt – damit ließ man 102 Mitbewerber hinter sich.

Erlebnis Bier: Workshop und Führungen vor Ort

Für Braumeister Markus Sautner, seit 2015 Geschäftsführer von „Golser Bier“, Grund genug, auch im zehnten Unternehmensjahr mit neuen Visionen voll durchzustarten: Im April wurde der großräumige Umbau des Familienbetriebs fertiggestellt, durch den man aktuell über die modernste Brauerei Österreichs verfügt.

Zudem wurden vor kurzem die neue Versuchsbrauanlage und eine Verkostungsbar für Besucher feierlich eröffnet. In den Produktionshallen von „Golser Bier“ ist es seither möglich, den edlen Gerstensaft nicht nur im Rahmen von Führungen vor Ort zu verkosten, sondern auch in Workshops selbst zu brauen und mit eigens kreierten Etiketten zu versehen.

Die Kunst des Bierbrauens soll damit zum Erlebnis werden, das theoretische Wissen darüber wird unter anderem Firmenchef Markus Sautner, der weltweit jüngste „Master of Beer“-Student, an Interessierte weitergegeben.

2009 Staatsmeistertitel in Kategorie „Weißbier“

2007 wurde die Marke „Golser Bier“ von Harald und Waltraud Sautner ins Leben gerufen – die Ursprünge des Betriebs liegen aber im Getränkevertrieb und Gastrozulieferservice der Familie, wie der 27-Jährige erklärt: „Zunächst stand der Handelsbetrieb mit Getränken und Spirituosen an Gastronomie und Wirte in der Region im Vordergrund. Das Interesse an der Bierbrauerei war innerhalb unserer Familie aber schon immer vorhanden, ab 1998 gab es die ersten Praxisversuche, die mit großem Interesse verkostet wurden. Letztlich fassten meine Eltern den Entschluss, ihren Fokus auf die Herstellung eigener Produkte zu legen und schufen mit „Golser Bier“ eine Marke, die im Kontrast zur einschlägigen Weinkultur des Bezirks stand.“

Ein Konzept, das aufging: Vor neun Jahren gelangte das Erstprodukt des pannonischen Biers auf den Markt, über Vertriebswege des Getränkehandels, durch Handschlagqualität und Kundennähe und den Aufschwung regionaler Produkte entwickelte sich „Golser Bier“ stetig weiter.

2009 erhielt der Betrieb in der Kategorie „Weißbier“ den Staatsmeistertitel, heute betreibt Familie Sautner parallel zu Produktion und Handel in Gols zwei Lokale in Wien: Bei der Staatsoper und am Rudolfsplatz werden neben „Golser Bier“ auch regionale Weine und kulinarische Schmankerl aus dem Seewinkel serviert.

Fokus: „Wertschöpfung für die Region“

Die laufende Produktentwicklung und der Fokus auf Investition und Regionalität trugen dazu bei, dass sich die einstige Kleinbrauerei heute auf dem Vormarsch befindet: „Diese Aspekte stellen wichtige Grundpfeiler unserer Unternehmensphilosophie dar. Regionalität und Saisonalität sind für uns nicht nur Schlagwörter, sondern Programm.

Von den Produkten für die Herstellung unseres Biers bis hin zu Dienstleistungen regionaler Betriebe – soweit es möglich ist, setzen wir auf unseren Bezirk. Anders als für so manche Großkonzerne oder internationalen Biermarken ist uns diese Form der Wertschöpfung sehr wichtig“, macht Markus Sautner seine Firmenpolitik transparent.

Dass das Konzept von Familie Sautner geschätzt wird, zeigt die Komposition einer lokalen Musikgruppe, die mit der „Golser Bier Hymne“ eine musikalische Hommage an ihr Lieblingsgetränk verfasste – diese wurde bei der Umbaueröffnung erstmals zum Besten gegeben. „Eine Anerkennung für unsere Arbeit, die uns besonders freut“, erklärt Sautner abschließend.