Erstellt am 24. November 2011, 09:20

Massiver Anstieg bei tödlichen Alko-Unfällen. Einen alarmierender Anstieg der tödlichen Alkohol-Unfälle sieht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) für 2011. Eine Analyse des VCÖ zeige, dass heuer bereits in den ersten neun Monaten mehr Personen durch Alko-Unfälle im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind als im gesamten Vorjahr, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

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Dabei sei der Dezember nicht mitgerechnet, in dem der Anteil der von Betrunkenen verursachten Unglücke höher sei als im Jahresschnitt. "Das erste Mal seit dem Jahr 2002 ist heuer die Zahl der tödlichen Alkohol-Unfälle gestiegen, und das gleich massiv", erklärte VCÖ-Expertin Bettina Urbanek. 34 Menschenleben forderte allein in den ersten neun Monaten Alkohol am Steuer, um neun mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im gesamten Jahr 2010 kamen 33 Menschen bei Alko-Unfällen ums Leben. "Das Bewusstsein über die Gefahren von Alkohol am Steuer scheint wieder zu sinken", befürchtete Urbanek.

Die meisten Todesopfer gab es in Niederösterreich, wo 14 Personen in den ersten neun Monaten bei Alkohol-Unfällen ums Leben kamen. Das waren doppelt so viele wie zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die VCÖ-Analyse zeigte, dass es auch in der Steiermark, in Oberösterreich, im Burgenland, in Vorarlberg und in Wien mehr solche tödlichen Unglücke gab. Weniger passierten heuer in Kärnten, Salzburg und Tirol.

Mit dem Dezember steht laut VCÖ noch ein Monat bevor, in dem traditionell der Anteil der Alko-Unfälle hoch ist. Im Vorjahr kamen in diesem Monat sechs Menschen bei solche Unglücken ums Leben, 234 wurden verletzt. 7,1 Prozent der Unfälle wurden im Dezember von alkoholisierten Lenkern verursacht, der Jahresschnitt lag im Vorjahr bei 6,4 Prozent.

Ein Grund für den höheren Anteil ist laut dem Verkehrsclub die Punschzeit. Ein Punsch könne schon bis zu 0,4 Promille verursachen. "Schon ab 0,3 Promille verschlechtert sich die Reaktionszeit. Bei 0,5 Promille steigt das Unfallrisiko auf das Doppelte", erklärte Urbanek. Der VCÖ forderte, dass ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen für die Finanzierung von Anrufsammeltaxis, Zugverbindungen am Abend und für Nachtbusse verwendet wird.

Österreich: 34 Todesopfer (25 Todesopfer)
Niederösterreich: 14 (7)
Oberösterreich: 6 (4)
Steiermark: 5 (3)
Vorarlberg: 4 (2)
Burgenland: 2 (1)
Salzburg: 1 (2)
Tirol: 1 (2)
Wien: 1 (0)
Kärnten: 0 (4)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2011