Erstellt am 03. August 2011, 11:36

Medikamentenkosten steigen wieder stärker. Die Sozialversicherung muss wieder mehr Geld für Medikamente ausgeben. Im ersten Halbjahr 2011 wurden (ohne Hausapotheken) 1,07 Milliarden für diesen Posten aufgewendet, was einer Steigerung von 2,55 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr bedeutet.

Die Sozialversicherung muss wieder mehr Geld für Medikamente ausgeben. Im ersten Halbjahr 2011 wurden (ohne Hausapotheken) 1,07 Milliarden für diesen Posten aufgewendet, was einer Steigerung von 2,55 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr bedeutet. 2010 war der Wert im Vergleich zu 2009 zu Jahresmitte lediglich um 0,83 Prozent angestiegen.

Freilich sind diese Zahlen noch immer vergleichsweise niedrig, wenn man nur drei Jahre zurückblickt. 2008 betrug der Anstieg stolze 8,31 Prozent. In der Folge konnte die Kostendynamik durch Zugeständnisse der Pharmaindustrie gebremst werden. Nunmehr wird ein neuer Rahmenvertrag angegangen, der am Mittwoch präsentiert wurde. Dieser sieht einen "freiwilligen Solidarbeitrag" von insgesamt 82 Millionen Euro vor. Die Summe wird über den Zeitraum 1. Juli 2011 bis Jahresende 2015 zur Verfügung gestellt.

Mit dem Plus von 2,55 Prozent von Jänner bis Juni kann der Hauptverband wohl einigermaßen leben. Denn in der letzten Prognose für das Gesamtjahr 2011 war man noch von einer Steigerung um 3,7 Prozent ausgegangen.

Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Kassen. So lag der Anstieg etwa bei der Wiener Gebietskrankenkasse mit 4,4 Prozent deutlich über dem Schnitt. Auch Oberösterreich und die Steirische Kasse mit einem Plus von 3,4 bzw. 3,2 Prozent hatten überdurchschnittliche Werte zu verzeichnen. Von den großen Kassen als einzige mit einem bescheidenen Anstieg konfrontiert ist die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse mit plus 1,5 Prozent.

Die Zahl der Rezepte ist übrigens deutlich geringer gestiegen als die der Kosten. Hier lag das Plus im ersten Halbjahr nur bei 1,5 Prozent.