Erstellt am 30. April 2012, 13:35

Mehr als 100.000 Euro für 370 Agrarbetriebe. Seit vergangenem Jahr werden nach einem EuGH-Urteil Agrarförderungen an Bauern nicht mehr veröffentlicht.

Seit Montag sind aber die Subventionen an heimische Unternehmen auf wieder einsehbar. 370 Betriebe, Vereine und andere Institutionen, etwa Stiftungen, erhielten im Wirtschaftsjahr 2011 (Oktober 2010 bis Oktober 2011) mehr als 100.000 Euro an EU-Agrarförderungen.

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom November 2010 werden Agrarsubventionen an einzelne Bauern aus Datenschutzbedenken nicht mehr veröffentlicht. Von den ungefähr 140.000 heimischen Förderungsempfängern, die pro Jahr zusammen rund 1,8 Mrd. Euro erhalten, sind für das EU-Wirtschaftsjahr 2011 nur 4.843 sogenannte "Leistungsempfänger" in der Transparenzdatenbank öffentlich einsehbar.

Die höchste Fördersumme erhielt die Genussregionen Marketing mit 3,68 Mio. Euro, gefolgt von der Erzeugerorganisation Obst Partner Steiermark mit 2,71 Mio. Euro und der Fuschler Nahwärme GmbH mit 2,67 Mio. Euro. Das Biomasseheizwerk in Fuschl (Salzburg) gehört laut FirmenCompass zu 70 Prozent der Dietrich Mateschitz KG, ein Unternehmen des Red-Bull-Chefs, und zu 30 Prozent der s.nahwaerme.at Energiecontracting. Der Betrieb versorgt seit Dezember 2007 nach Unternehmensangaben neben der Red Bull-Verwaltungszentrale und Hotelbetrieben auch private, kommunale und gewerbliche Objekte. Der Betrieb erhielt die Förderung laut Transparenzdatenbank im Rahmen der Investitions-und Regionaloffensive.

Ebenfalls in den Top 10 ist der Waldverband Salzburg mit 2,34 Mio. Euro an Agrarförderungen und der Waldpflegeverein Tirol mit 2,3 Mio. Euro. Über diese Vereine werden die EU-Förderungen für Waldbesitzer abgerechnet, etwa die Aufforstung und die Nutzung von Altholz. Ebenfalls zu den größten Förderungsempfängern gehört die Agrarmarkt Austria Marketing mit "Marktordnungszahlungen" in der Höhe von 2,27 Mio. Euro und das Ländliche Fortbildungsinstitut Steiermark mit 1,91 Mio. Euro.