Erstellt am 31. Mai 2011, 10:33

Mehr als 110 Bewerber für Flughafen-Spitze. Mehr als 110 Kandidaten haben sich für die zwei Vorstandsposten am börsenotierten Flughafen Wien beworben, hieß es Dienstagvormittag.

Noch offen ist, ob das neue Vorstandsduo tatsächlich am 1. Oktober startet. Auch die Vertragslaufzeit - zwei oder fünf Jahre - ist noch offen.

Es seien jede Menge gute Leute unter den Bewerbern, wird betont. Für die Aviation-Sparte ist Berufspraxis im Flughafen- bzw. Airlinesektor erforderlich, für Finanzen/Controlling sind es die üblichen Erfordernisse für einen Finanzchef oder eine Finanzchefin eines international agierenden börsenotierten Konzerns.

Interims-Vorstandschef Christoph Herbst hat sich wie mehrfach angekündigt nicht beworben. Den beiden anderen Vorständen Ernest Gabmann (er scheidet in jedem Fall aus) und Gerhard Schmid (ihm kamen wichtige Unterstützer abhanden) waren von vornherein keine bis wenig Chancen eingeräumt worden.

Bis Anfang nächster Woche soll der für die Vorstandskür eingeschaltete Personalberater Zehnder mit dem Aufsichtsratspräsidium eine formelle so genannte Shortlist der besten Kandidaten erstellen. Sie werden sich dann Hearings - zunächst vor dem fünfköpfigen Präsidium und dann vor versammelter Aufsichsratsriege - stellen.

In einer Aufsichtsratssitzung der Flughafen Wien AG in den ersten Julitagen wird dann die neue Airport-Spitze offiziell bestellt.

Die Nominierung des künftigen Zweiervorstands dürfte wie immer am Airport ein politisches Thema sein, Haupteigentümer sind die Stadt Wien und das Land Niederösterreich. Inwieweit sich die neuen Airportchefs aus der politischen Umklammerung lösen können, wird von ihrem Standing abhängen und auch, ob sie an einem Strang ziehen, heißt es. Der Flughafen brauche einen Schub, angesichts der offenen Baustellen (Skylink, Sparpaket) bräuchte die Gesellschaft ein Management, das Tag und Nacht zu arbeiten bereit sei, meinten Aufsichtsratskreise. Dass politische Vernetzung das ausschlaggebende Kriterium ist, wird im Aufsichtsrat bestritten. Definitiv nicht beworben hat sich auch der einem ÖVP-Ticket zugerechnete Ex-Post-Chef Herbert Götz.