Erstellt am 02. Juli 2012, 19:42

Mehr als 2.000 Tonnen Ertrag erwartet. Die Marillenernte hat bereits begonnen. Die burgenländischen Obstbauern bewirtschaften nach Angaben der Landwirtschaftskammer rund 140 Hektar Fläche mit an die 130.000 Marillenbäumen.

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Heuer sei mit einer mengenmäßig guten Ernte von mehr als 2.000 Tonnen zu rechnen. "Die Qualität und der Geschmack sind sehr gut", teilte Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger mit. "Die Preise variieren, je nach Qualität und Sorte, zwischen 1,80 und 4,00 Euro für Tafelware", so Hautzinger. In Niederösterreich und Steiermark komme es aufgrund der Spätfröste zu großen Ausfällen.

Auch im Burgenland hätte Frost um die Osterzeit sowie Hagel Ende Juni bei einigen Marillenanlagen Schäden angerichtet. "Unsere Marillenbauern sind aber heuer sicher wieder in der Lage, die Nachfrage am burgenländischen Markt abzudecken", meinte Hautzinger. Eifrig geerntet wurde am Montag in der Genussregion "Kittseer Marille" im Bezirk Neusiedl am See. Der ideale Zeitraum dafür sei von Anfang Juli bis fast Ende Juli. Die Hitze lasse die Marillen schnell reifen: "Wir haben heuer schon wirklich früh angefangen", schilderte Obmann Johann Drobela im Gespräch.

Nun habe man etwa drei Wochen Zeit, um das Obst, vor allem die Hauptsorte "Ungarische Beste", zu ernten. Von Frost und bisher auch von Hagel sei man heuer verschont geblieben. Unwetter würden meist entweder zur Donau oder in Richtung Neusiedler See ziehen. Vor einigen Jahren habe es jedoch einmal große Hagelschäden gegeben. Für die laufende Saison erwartet Drobela zumindest eine Durchschnittsernte: "Wir werden heuer wieder um die 500 Tonnen haben in Kittsee", schätzt der Vereinsobmann die Menge in der gesamten Region. 2011 sei mit knapp 700 Tonnen ein "echtes Rekordjahr" gewesen. Einzig der Niederschlag habe heuer gefehlt. Dadurch würden die Marillen eher ein bisschen trockener und vielleicht nicht so groß. Mit hitzebedingten Unterbrechungen wurde am Montag in drei Etappen geerntet: "Wir waren heute von Fünf in der Früh an bis halb Zwölf, bis wirklich die große Hitze war, dann waren wir ein bisschen zu Hause", schilderte Drobela.

Am Nachmittag wurde dann wieder zwei Stunden lang gearbeitet. "Und dann gehen wir am Abend noch einmal um Sieben, Acht, wenn es wieder ein bisschen abkühlt. Weil bei Temperaturen um 38 Grad kann man sich draußen nicht bewegen." Etwa zwei Drittel der Ernte werden zu Marmelade und Schnaps verarbeitet, ein Drittel wird am Markt verkauft, erläuterte Drobela. Heuer sei die Nachfrage besonders groß. In Kittsee gibt es zwei Verkaufsstände, die von den heimischen Landwirten beliefert werden. Während der Erntezeit sind sie täglich von 8 bis 1800 Uhr sowie an Wochenenden geöffnet.