Erstellt am 22. August 2012, 00:00

Mehr Todesfälle als Geburten. BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG / Obwohl immer mehr Menschen sterben als Kinder zur Welt kommen, wächst das Burgenland auf Grund von Zuwanderung jährlich an.

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VON DORIS SEEBACHER

Eine aktuelle Bevölkerungsbilanz der Statistik Austria beweist es: die Bevölkerungszahl im Burgenland steigt von Jahr zu Jahr leicht. 2011 erhöhte sich die Gesamteinwohnerzahl gegenüber 2010 um 1318 Personen.

Grund für dieses Wachstum sind jedoch in erster Linie die Zuwanderer, denn 2011 gab es im Burgenland mehr Todesfälle als Geburten. Insgesamt gab es im Vorjahr 2208 Zuwanderer – 1125 davon aus benachbarten Bundesländern, 1083 aus dem Ausland, vorwiegend aus EU-Ländern.

Gleich drei burgenländische Bezirke finden sich unter den Regionen mit der am stärksten abnehmenden Geburtenbilanz (Differenz zwischen Geburten und Todesfälle). Auf insgesamt 2144 Geburten kamen 3034 Todesfälle. Den stärksten Rückgang gab es im Bezirk Güssing, auf Platz vier liegt Jennersdorf und auf Platz zehn Oberwart.

Zuwanderung vor allem  in Eisenstadt und Kittsee

Vor allem im Nordburgenland macht sich die Zuwanderung aus anderen Regionen und Ländern bemerkbar. Eisenstadt Stadt liegt hier sogar österreichweit auf Platz eins, was die Zunahme betrifft (plus 14 Prozent). Aber auch Neusiedl, Jennersdorf und Güssing liegen unter den ersten Zehn.

Insgesamt gab es in mehr als die Hälfte der burgenländischen Gemeinden einen Bevölkerungszuwachs.

Viele Slowaken kommen  zum Wohnen nach Kittsee

Das größte prozentuelle Bevölkerungswachstum gab es in Kittsee (plus 11,6 Prozent). Bürgermeisterin Gabriele Nabinger nennt den Grund: „Weil wir Bratislava direkt vor der Haustür haben.“ Außerdem seien die Grundstückspreise um die Hälfte niedriger als in der Slowakei. „Aber auch viele Wiener kommen zu uns, weil es hier viel grüner und ruhiger ist“, so Nabinger. Ambivalent jedoch steht die Kittseer Bevölkerung dem Ansturm aus dem Nachbarland entgegen. „Wir müssen aufpassen, dass es zu keiner Ghettobildung kommt“, so Nabinger, da die Slowaken eher unter sich blieben.

Von den 2800 Einwohnern seien bereits 800 Slowaken. „Über die Kinder versuchen wir, die Eltern so gut wie möglich zu integrieren“, nennt Nabinger eines von vielen Projekten, die zu einer guten Nachbarschaft beitragen soll. Weitere Fakten finden Sie unten in der Infobox.

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