Erstellt am 09. Oktober 2012, 13:18

Metaller erhalten um 3,4 Prozent mehr Lohn. Gewerkschaft und Arbeitgeber haben sich geeinigt: In der Metallbranche steigen die KV-Mindestlöhne und die Lehrlingsentschädigungen ab 1. Jänner um 3,4 Prozent, die Ist-Löhne um 3,2 Prozent. Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden um 3 Prozent erhöht, teilte die Produktionsgewerkschaft Pro-Ge am Dienstag mit.

"Der Abschluss ist hart erkämpft", betonte der Verhandlungsleiter und Pro-Ge-Vorsitzender Rainer Wimmer. Trotz der Unterschiede und Gegensätze sei die Sozialpartnerschaft im Gewerbe sehr konstruktiv und habe Handschlagqualität.

"Im Hinblick auf die schwachen Konjunkturprognosen für das kommende Jahr erscheint der Abschluss als noch tragbarer Kompromiss", meinen die Arbeitgeber-Verhandler unter der Führung von Andreas Lahner und Siegfried Steiner.

Der Kollektivvertrag für das Metallgewerbe gilt den Angaben zufolge für etwa 43.000 Mitgliedsunternehmen mit knapp 190.000 Beschäftigten. Der Geltungsbereich umfasst Berufsgruppen wie etwa Elektrotechnik, Metalltechnik, Mechatronik und Kfz-Mechanik sowie die Installateure.

Während es im Metallgewerbe schon zum Abschluss gekommen ist, ringt die Metallindustrie weiter um das angestrebte Plus von fünf Prozent. "Morgen findet in Amstetten eine österreichweite, medienöffentliche Betriebsrätekonferenz statt, wo die weitere Vorgangsweise und Strategie beschlossen werden", sagte Pro-Ge-Sprecher Mathias Beer am Dienstag zur APA. Die nächste (vierte) KV-Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern findet am 18. Oktober statt.

In den beiden Tagen davor wird es zu Betriebsversammlungen in den Betrieben der Maschinen- und Metallwarenindustrie kommen, wo die Beschäftigten über den Verhandlungsstand informiert werden. Die Branche umfasst etwa 180.000 Arbeitnehmer in rund 1.250 Betrieben.

Derzeit liegen von Arbeitgeberseite zwei Angebote auf dem Tisch - und diese liegen weit unter den Vorstellungen der Gewerkschafter: Eine Erhöhung von 2,26 Prozent, also unter der Inflationsrate, bzw. ein Plus von 2,4 bis 2,8 Prozent, aber nur wenn Verschlechterungen im Rahmenbereich, also bei den Arbeitszeiten, hingenommen werden.