Erstellt am 21. Oktober 2013, 13:26

Metaller erhöhen Druck bei KV-Verhandlungen. Die Gewerkschaft hat mit Kundgebungen den Druck bei den Kollektivvertragsverhandlungen mit dem größten Metaller-Fachverband, der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) erhöht.

Am Montag, dem Vortag der vierten Verhandlungsrunde, haben Hunderte Arbeitnehmer an Betriebsstandorten in Weiz, Hohenems und Wolkersdorf für "Verhandlungen auf Augenhöhe" und einen besseren KV-Abschluss demonstriert.

Im oststeirischen Weiz hatten sich Montagvormittag nach ÖGB-Angaben rund 750 Demonstranten am Hauptplatz versammelt, auch aus Kärnten und dem Burgenland kamen Teilnehmer mit Bussen angereist. Nach den Reden der regionalen Gewerkschaftsspitzen setzte sich der Zug zur Firma Mosdorfer in Bewegung. Dieses Ziel wurde deshalb ausgewählt, weil Chefverhandler und Fachverbandsobmann Christian Knill geschäftsführender Gesellschafter der Knill-Mosdorfer-Gruppe ist. Dort ergriff zum Schluss Arbeitnehmer-Verhandler Rainer Wimmer (Pro-Ge) das Wort.

Bruch mit Tradition der Sozialpartnerschaft

Knill sieht die Demo vor seiner Firma sehr kritisch: "Wir sind die Machtdemonstrationen der Gewerkschaften gewohnt, akzeptabel finde ich sie in dieser persönlichen Form nicht." Es sei zwar völlig in Ordnung, Betriebsversammlungen abzuhalten, die Gewerkschafter könnten auch gerne Beitrittsformulare zur Mitgliederwerbung verteilen - "aber es werden uns Dinge unterstellt, die wir nie gesagt haben", so Knill. Dass Arbeitgeber-Verhandler nun "persönlich bei ihren Betrieben unter Druck gesetzt werden, ist letztklassig und bricht mit jeder Tradition der Sozialpartnerschaft".

Während es in den anderen Fachverbänden in den ersten Runden wenigstens eine Einigung über die Teuerungsrate gegeben hat, gab es beim FMMI keine Annäherung. Die Arbeitgeber hatten nach drei Runden ein Angebot über 2,0 Prozent (maximal 70 Euro) gelegt, Mindestlöhne und Mindestgrundgehälter, Zulagen und Aufwandsentschädigungen sollen nicht erhöht werden. Von Gewerkschaftsseite wurde das Angebot als deutlich unter der durchschnittlichen Inflationsrate 2013 zurückgewiesen.